(pm). Den Schlüssel verlegen, die Namen von Angehörigen verwechseln, vergessen was man gerade tun wollte – das kennt sicherlich jeder. Biologisch gesehen ist eine solche Vergesslichkeit eine Fehlleistung unseres Gehirns. Leider treten solche Fehlleistungen mit zunehmendem Alter häufiger auf und lösen bei älteren Menschen häufig Sorgen aus, ob sie Symptome oder Vorboten einer beginnenden Demenz sein könnten. Das Bernstein Center for Computational Neuroscience Heidelberg/Mannheim und die Abteilung für Klinische Psychologie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) widmen sich jetzt in einer großen Studie den biologischen Grundlagen der natürlichen Veränderungen des Gehirns.

Veränderungen der Gehirnfunktionen im Alter sind ein normaler Prozess, der nicht zwangsläufig auf eine beginnende Demenzerkrankung hindeuten muss, sondern auch bei natürlichen Alterungsprozessen auftritt. Für die Hirnforschung ist die Unterscheidung zwischen altersbedingten, nicht pathologischen Veränderungen der Hirnfunktion und den Veränderungen, die mit dementiellen Entwicklungen verbunden sind, ein wichtiger Ansatzpunkt, um altersbedingte Störungen besser zu verstehen und Behandlungsansätze entwickeln zu können.

In der neuen Studie wird untersucht, wie sich bestimmte Veranlagungen, die bereits in unseren Genen angelegt sind, auf kognitive Alterungsprozesse auswirken und welche biologischen Faktoren sich im Alter schützend oder möglicherweise unvorteilhaft auf die Gehirnfunktion auswirken. Hierzu werden genetische Blutuntersuchungen und Messungen der Gehirnaktivität mit der Kernspintomographie kombiniert.

Gesucht werden gesunde Männer und Frauen zwischen 65 und 85 Jahren. Die Teilnehmer sollten nicht unter Bluthochdruck oder Diabetes leiden, rechtshändig sein, Deutsch als Muttersprache sprechen und nicht an einer Demenz erkrankt sein. An drei Terminen finden eine testpsychologische Untersuchung, eine Blutabnahme und zwei Kernspinuntersuchungen statt. Für die Teilnahme wird eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro gezahlt. Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer gerne eine individuelle Rückmeldung über ihre Leistung in den psychologischen Tests. Interessierte können sich melden bei:

Martin Gerchen (Dipl.-Psych.), Telefon 06 21/17 03-61 62 oder

martin.gerchen@zi-mannheim.de