„Wind-Energieanlagen in Weinheim: ja oder nein?“ Und: „Saubere Windenergie: Mythos oder Wirklichkeit?“ Auf diese Fragen wird es hinauslaufen, wenn in Weinheim über einen eigenen Windkraft-Beitrag zur Energiewende entschieden wird. Manche halten die „saubere Windenergie ohne Nachteile“ für Wirklichkeit, andere für einen Mythos. BUND, NABU, BI Gegenwind und die IGF laden daher Befürworter, Gegner und interessierte Bürger zu einer gemeinsamen Exkursion ein. Start ist am 4. Oktober 2014 um 14.00 Uhr am Waldparkplatz beim Schwimmbad.

Im Fokus: Freibereich 4

Der Weg führt über die „Lange Bank“ bis zum Höhenweg beim „Goldkopf“ östlich des Geiersbergs. Dort ist der sogenannte Freibereich 4 (FB4) der laufenden Flächennutzungsplanung der Stadt Weinheim. Nach derzeitigem Planungsstand ist das FB4-Gelände das einzige im Planungsprozess verbliebene in Weinheim, wo Windenergieanlagen für möglich gehalten werden. Allerdings gibt es auch für den FB4 Einwände.

Zweifel an Wirtschaftlichkeit, Angst vor „Verspargelung“ sowie Gefahr für gefährdete Tierarten

Wegen der eher geringen Windgeschwindigkeiten gibt es Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. „Verspargelung“ rufen Freunde einer unverbauten Odenwald-Landschaft. Mehrjährige Freilanduntersuchungen u.a. mit „Netzfängen und Telemetrierung“ halten Fledermauskundler für zwingend erforderlich. Das schon amtlich festgestellte „Fledermauspotenzial“ müsse vor weiteren Entscheidungen erst einmal erforscht werden. Außerdem gibt es an anderenorts betriebenen Wind-Energieanlagen immer Schlagopfer: z.T. gefährdete Tierarten wie Roter Milan, Abendsegler und Zwergfledermaus werden dort von den Rotorblättern getötet.

Billigere Windkraft, Zeitdruck, weniger klimaschädliche Emissionen und keine großen Gefahren wie bei Atomkraft

Befürworter verweisen auf die viel billigere Windenergie im Vergleich zur Photovoltaik und den Zeitdruck bei der deutschlandweiten Energiewende. Im Vergleich zu Kohle, Gas oder Kernenergie sind wesentlich weniger klimaschädliche Emissionen zu erwarten und es gibt keine großen Gefahren wie bei der Atomkraft. Der Rückbau ist wesentlich einfacher als bei Großkraftwerken.

Bei der Exkursion ist es möglich, eine Vorstellung von der Größe der Windkraftanlagen und ihren Auswirkungen im Weinheimer Wald zu entwickeln. Die Teilnehmer – Befürworter wie Gegner – können Lagepläne, Info-Blätter, Tabellen sowie Fotos mitbringen und ihre Argumente zur Diskussion stellen. Fragen von Bürgern sollen besprochen werden. Auch die Gemeinderäte wurden eingeladen.

Für die Veranstalter sind dabei:

Siegfried Demuth vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), Ortsgruppe Weinheim: http://weinheim.bund.net/
Ralf Hilpert vom NABU (Naturschutzbund) Weinheim: http://www.nabu-weinheim.de/
Dieter Hannig und Hubert Freiburg von der BI Gegenwind: http://www.gegenwind-weinheim.de
Jürgen Herrmann von der IGF (Interessengruppe Fledermäuse)