Hinter den vielen Katastrophen, die zurzeit die Menschheit belasten, gerät eine Bedrohung in den Hintergrund, die in den Industriestaaten mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen hat: Hier ist es in den letzten Jahrzehnten zu einem ausgeprägten Anstieg des Durchschnittsgewichts mit einhergehender Fettleibigkeit (Adipositas) gekommen. „Adipositas – die schleichende Epidemie“ heißt folgerichtig ein Vortrag von Dr. Dr. Frank Gutzler, Chefarzt der Abteilung Gastroenterologie und Hämatologie / Onkologie an der GRN-Klinik Weinheim, der heute (21. November 2014) um 19.30 Uhr in der Volkshochschule (VHS) Weinheim, Luisenstraße 1, stattfindet.

67 Prozent der Männer, 53 Prozent der Frauen haben Übergewicht

In Deutschland sind bereits 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Im Krankenhaus sind Patienten mit Körpergewichten über 150 Kilogramm keine Seltenheit mehr. Die Weltgesundheitsorganisation nennt diesen Anstieg eine globale Epidemie, da die Adipositas mit einem Body Mass Index (BMI) von mehr als 30 (BMI: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Größe in Metern zum Quadrat) schwere Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs begünstigt. In den letzten Jahren wurde sehr viel über das Fettgewebe geforscht, und man hat gelernt, dass Fett mehr ist als ein einfacher Energiespeicher – und in vielfältiger Weise mit dem Körper in Wechselwirkung tritt. Die Wunschvorstellung einer Pille gegen das Übergewicht ist in weite Ferne gerückt.

Dr. Dr. Gutzler wird in seinem Vortrag die gesundheitlichen Gefahren des Übergewichts sowie die derzeitigen Möglichkeiten und Grenzen der modernen Medizin in der Behandlung der Adipositas darstellen.