Weinheim: Fachanwalt soll Bahn-Planer überprüfen

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Weinheim: Fachanwalt soll Bahn-Planer überprüfen

(pm). Die Stadt Weinheim wird mit einer fachanwaltlichen Prüfung klären, ob planende Ingenieure der Deutschen Bahn bei der Berechnung des S-Bahn-Ausbaus für Fehlkalkulationen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Der Gemeinderat musste sich in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit eklatanten Preissteigerungen beim Ausbau des S-Bahn-Haltepunktes Lützelsachsen befassen. Die Kosten, die aufgrund der Bahnplanung von der Stadt Weinheim zu tragen sind, sollen von 1,2 Millionen mittlerweile auf 1,8 Millionen Euro steigen. Im Gremium gab es dafür aber kein Verständnis. Bei einer solchen Abweichung von fast 50 Prozent könne es sich durchaus um eine Pflichtverletzung der planenden Ingenieure handeln. Das soll ein Fachanwalt nun klären.

Weinheims Oberbürgermeister Bernhard kritisierte die Bahn: „Ihnen fehlt die Nähe zu Ihren Vertragspartnern und die Nähe zu den Problemen.“ Am Ratstisch war die Rede davon, dass die Bahn „mit geschönten Zahlen“ eine Zustimmung zum S-Bahn-Ausbau auf unredliche Weise erleichtert habe. Der Kostensteigerung musste der Gemeinderat aber dennoch verärgert zustimmen, um Weinheim nicht von dem Ausbau der S-Bahn abzukoppeln und die Entwicklung des aktuellen Baugebietes Lützelsachsen Ebene, das an der Bahnstrecke liegt, nicht zu gefährden. Die Planer der künftigen S-Bahn Rhein-Neckar hatten vergeblich versucht, in der Sitzung zu erklären, warum der Bau des S-Bahnsteiges in Lützelsachsen so deutlich teurer wird als ursprünglich geplant. Eine Sprecherin der Bahn begründete, die ersten Kosten seien nur geschätzt gewesen, die neue Zahl sei jetzt in Kenntnis einer schwierigeren Bauausführung entstanden.

By |Freitag, 20. Juli 2012|