Die Stadt Weinheim hat für ihre ausgiebige Bürgerinformation und -beteiligung bei der aktuellen Steuerungsplanung von Windenergieanlagen großes Lob erhalten. „Sie müssen lange suchen, bis Sie so etwas finden“, teilte Rolf Pfeifer kürzlich bei einer öffentlichen Veranstaltung im Alten Rathaus mit. Er habe so etwas „in dieser Art noch nicht erlebt“. Die groß angelegte Bürgerbeteiligung komme „genau zum richtigen Zeitpunkt“. Auch für Dr. Alexander Boguslawski, Sprecher des Runden Tisches Energie, hat mit dem Eintritt in das Verfahren „ein langer Prozess begonnen, bei der die Bürgerbeteiligung eine große Rolle einnimmt“. Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner sowie Stadtplaner Dietmar Schmittinger bekräftigten erneut den aktuellen Planungsbedarf: Denn nur mit der Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplanes „Windenergie“ und damit der positiven Ausweisung von Konzentrationszonen sei eine Steuerung von Standorten innerhalb der Kommune möglich. Weinheim befinde sich mit diesem Vorgehen im Zeitplan und auf gutem Wege.

„Auf andere Kommunen wird das genauso zukommen“, erklärte Dr. Fetzner. Parallel zur Einbindung der interessierten Bürger führe die Stadtverwaltung Gespräche mit den Nachbarkommunen und Naturschutzverbänden. Dass der jetzige Einstieg ins Verfahren richtig war, beweise, dass bereits Investoren Interesse an Standorten in Weinheim bekundet haben. Fetzner appellierte an Grundstücksbesitzer, jetzt nicht vorzupreschen, sondern in Abstimmung mit der Stadt vorzugehen. Nur so sei ein gesteuerter Umgang mit Windenergie möglich.

Mit der bereits zweiten öffentlichen Veranstaltung zum Thema Windenergie hat die Bürgerbeteiligung Fahrt aufgenommen. In den nächsten Wochen geht die Bürgerkommunikation in die heiße Phase. In zwei Veranstaltungen haben die Bürger Gelegenheit, sich über die Weinheimer Gegebenheiten zu  informieren und explizit zu äußern. Ziel sei, so Schmittinger, eine umfassende Information mit Hilfe von Sichtbarkeitsanalysen und Visualisierungen sowie neuesten Erkenntnissen aus der Beteiligung der Behörden und Verbände, Einblicke in die Planungsvorgänge sowie die Möglichkeit zur Diskussion mit Experten.

Die Stadt verspricht sich dadurch ein direktes Meinungsbild der Bevölkerung, das sie im weiteren Entscheidungsweg berücksichtigen kann. Das Ziel: Die weiteren Entscheidungen sind von den Bürgern nachvollziehbar und können akzeptiert werden. Zwei Termine werden angeboten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich: Zunächst am Samstag, 19. Januar 2013, erst an der Kolpingscheuer nahe der Bertleinsbrücke (13.00 – 14.30 Uhr), dann im Ortsteil Rippenweier an der Keltensteinhalle (15.00 – 16.30 Uhr). Die Termine finden im Freien statt. Von beiden Orten aus kann man mögliche Standorte einsehen. Vorgesehen sind Präsentation von Visualisierungen, Erläuterungen der maßgeblichen Tabukriterien und der Ergebnisse des Artenschutzgutachtens. Daneben stehen die Stadtplaner und Experten auch für Fragen, Hinweise und Anregungen zur Verfügung. Ein Bustransfer vom Rathaus (Haltestelle Schlossparkplatz, Abfahrt 12.30 Uhr), wird kostenfrei von der Stadt Weinheim angeboten. Ankunft ist ca. 17.00 Uhr am Rathaus.

Den Vor-Ort-Terminen folgt eine Bürgerwerkstatt am Freitag, 25. Januar (Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, 16.30 – 19.00 Uhr). Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse soll dort in Kleingrupppen gearbeitet werden. Bis jetzt sind folgende Themen angedacht: Schutz der Landschaft, Naturschutz, Nutzung und Eigentum, Nachbarschaft zu den Flächen, Klimaschutz und Energiewende, Projektentwickler und Investoren. Weitere Gruppen können folgen. Danach diskutieren die Vertreter der Gruppen vor dem Plenum ihre zuvor ausgearbeiteten Thesen. Die komplette Bürgerwerkstatt wird protokolliert und Gemeinderat wie Verwaltung als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt.