„Die Stadt Walldürn hat jetzt einen Landeszuschuss zum Ausbau ihrer Mischwasserbehandlung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro erhalten. Das ermöglicht den Neubau eines Regenüberlaufbeckens nordöstlich der Kernstadt Walldürn“, so Regierungspräsidentin Nicolette Kressl in der vergangenen Woche in Karlsruhe. In einem ersten Bauabschnitt, bei dem sich das Land mit einem Zuschuss von 80 Prozent an den Investitionskosten beteiligt, sollen ein Regenüberlaufbecken und ein Retentionsbecken zur Drosselung des Mischwasserüberlaufs in den Marsbach gebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahme werden zwei bestehende Regenüberläufe zurückgebaut, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

Belastungssituation der Gewässer wird sich verbessern

„Der Ausbau der Regenwasserbehandlung mit Regenüberlaufbecken ist ein zentraler Baustein für den erfolgreichen Gewässerschutz“, erläutert der baden-württembergische Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. „Dabei spielen die Regenüberlaufbecken im Kanalsystem bei fortschreitendem Ausbau der Kläranlage eine immer wichtigere Rolle.“

„Mit der Förderung des Landes wird sich die Belastungssituation der Gewässer in Walldürn verbessern. Hiervon profitieren sowohl der durch die Stadt fließende Marsbach, der dann über die Mud weiter in den Main fließt, als auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Walldürn. Ich setze auf die zügige Umsetzung dieser Maßnahme und den reibungslosen Anschluss der Folgeprojekte, um die angestrebten Ziele zu erreichen“, betonte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl.

Hintergrund-Info

Die Stadt Walldürn, die im Einzugsgebiet des Mains liegt, reinigt das Abwasser aus ihren Ortsteilen in insgesamt sechs Kläranlagen. Über verschiedene Mischwasserbehandlungsanlagen wird der Zufluss zu den Kläranlagen begrenzt. Die nun anstehende Maßnahme, die bis August 2016 fertig gestellt sein soll, ist ein Teil der Gesamtentwässerungsplanung aus dem Jahr 1989 und der Aktualisierung aus dem Jahr 2011, bei der die Regenwasserbehandlung überrechnet und optimiert wurde. Die Überrechnung ergab, dass noch drei Regenüberlaufbecken zu bauen sind, wobei das Regenüberlaufbecken Nr. 9 kürzlich fertig gestellt und in Betrieb genommen wurde. Nach Abschluss dieser Baumaßnahme ist die weitere Umsetzung vorgesehen.