Heute, am Montag, 15. Dezember 2014, tagt beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) in Mannheim der Arbeitskreis zur Beratung der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) für die S-Bahnstrecke Homburg – Zweibrücken. Die Untersuchung über die Reaktivierung der Bahnstrecke wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, von den zuständigen Ministerien im Saarland und in Rheinland-Pfalz, vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd sowie vom VRN, der das gesamte Projekt der S-Bahn Rhein-Neckar betreut, begleitet.

VRN erwartet Abschlussbericht des Gutachters bis etwa Mitte Februar

Nachdem 2014 notwendige Aktualisierungen der Pendlerdaten vorgenommen und Verkehrszählungen auf den neusten Stand gebracht werden konnten, können nach der Auffassung von Werner Schreiner (Projektmanager bei der VRN GmbH) jetzt die Abstimmungsprozesse abgeschlossen werden. Der Gutachter kann dann über den Jahreswechsel und Anfang Januar 2015 die entsprechenden Berechnungen der verschiedenen „Mitfälle“, d.h. Fälle der Verkehrsangebote, vornehmen. Da nach dem heutigen Sachstand keine weiteren Untersuchungen notwendig sind – die Bau- und Planungskosten wurden bereits in 2013 ermittelt – erwartet der VRN die Vorlage des Abschlussberichts durch den Gutachter bis etwa Mitte Februar. Ein entsprechender Termin soll heute zwischen den Beteiligten vereinbart werden.

Die Berechnung des Nutzen-Kosten-Faktors erfolgt, wie bei allen S-Bahnstrecken im Bereich des VRN nach den bundesweit gültigen Regularien für solche Projekte. Sollte das Gutachten die Signale für eine mögliche Reaktivierung auf „Grün“ stellen, wären an den Baukosten für die neue S-Bahnstrecke die Bundesrepublik Deutschland, die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland, sowie je nach den länderspezifischen Regularien auch die kommunalen Gebietskörperschaften beteiligt.

Betriebsführung der S-Bahn Rhein-Neckar derzeit europaweit ausgeschrieben

Falls alle Beteiligten sich für eine Umsetzung des Projektes entscheiden, wären dann parallel zur Verhandlung eines Bau- und Finanzierungsvertrages zwischen den vorgenannten Partnern auch Regelungen zum Betriebsangebot und seiner Finanzierung notwendig. Diese könnten ebenfalls erst in 2015 beginnen, da das Land Baden-Württemberg, der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV-Süd), das Saarland und der VRN erst noch den Zuschlag für die Betriebsführung der derzeit wieder europaweit ausgeschriebenen S-Bahn Rhein-Neckar, Los 1, erteilen müssen. Dieser Zuschlag an einen Betreiber soll voraussichtlich Mitte Januar 2015 für eine Betriebsaufnahme ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 erfolgen.

Die Vergabe der Betriebsleistungen der S-Bahnstrecke Homburg – Zweibrücken würde bei einer positiven NKU und einer einvernehmlichen Regelung aller finanziellen Fragen im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Nach Ablauf einer Jahresfrist könnte dann der Zuschlag an den künftigen Betreiber der S-Bahn Rhein-Neckar, Los 1, für diese Leistungen erfolgen.