Am 18. April 2013 feierten die Stadtwerke Heidelberg auf ihrem Werksgelände in Heidelberg-Pfaffengrund das Richtfest für das Holz-Heizkraftwerk. Über 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Nachbarschaft und dem beteiligten Baugewerbe kamen, um sich zu informieren, die Anlage kennenzulernen und gemeinsam mit den Vertretern des Unternehmens den Baufortschritt zu feiern.

„Wir setzen in Heidelberg auf eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu bauen wir zusammen mit unseren Stadtwerken vor Ort eine nachhaltige Energieversorgung auf. Das Holz-Heizkraftwerk ist wichtiger Baustein in dieser Strategie. Damit kommen wir unserem Ziel, bis 2050 eine klimaneutrale Kommune zu werden, schon heute einen großen Schritt näher“, sagte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und betonte: „Mit unseren Stadtwerken können wir die Energiepolitik auf lokaler Ebene gestalten. Wir haben uns in den Zeiten, als Privatisierungen im kommunalen Bereich gang und gäbe waren, sehr bewusst dafür entschieden, ein 100 Prozent kommunales Stadtwerk zu behalten. Das zahlt sich jetzt aus.“

„Unser Holz-Heizkraftwerk ist der erste Baustein unserer Energiekonzeption 2020, mit der wir die Energiewende vor Ort voranbringen. Ab 2017 liefern wir Strom ohne Atomkraft; bis dahin bauen wir unsere Eigenerzeugung mit Gas und erneuerbaren Energien sukzessive auf 30 bis 40 Prozent aus“, ergänzte Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg, in seiner Begrüßungsrede.

Heidelberg Richtfest Holzheizkraftwerk

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner (re.) und Rudolf Irmscher begrüßen die Gäste in der Holzlagerhalle des Kraftwerks. Foto: Stadtwerke Heidelberg

Die Anlage ist eine der größten dezentralen Anlagen bundesweit auf Basis von Holz und Kraft-Wärme-Kopplung. Die Stadtwerke Heidelberg investieren rund 20 Millionen Euro in ihren Bau. Die Arbeiten liegen zeitlich und kostenmäßig genau im Plan. „Mit dem Ausbau unserer Eigenerzeugung erreichen wir eine höhere Wertschöpfungstiefe sowie eine größere Unabhängigkeit von den Energiemärkten“, begründet Dr. Rudolf Irmscher das Engagement aus wirtschaftlicher Perspektive. „Die Anlage ist damit ein Beitrag zum Klimaschutz in Heidelberg – und gleichzeitig eine Investition für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens.“

„Die erste Stromeinspeisung ist für Ende Juli geplant“, berichtet Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt, der Gesellschaft des Unternehmens, die für den Ausbau der Eigenerzeugung zuständig ist. „Bis Herbst/Winter 2013 werden wir sie dann im Probebetrieb fahren. Die neue Betriebs-‚Mannschaft‛ von acht Mitarbeitern – eine Frau ist dabei – steht schon bereit.“

„Derzeit schließen wir das Holz-Heizkraftwerk an das Strom- und Fernwärmenetz an“, ergänzt Heiko Faulhammer, Gesamtprojektleiter für den Bau. „Dass wir so gut im Plan liegen, verdanken wir auch der guten Zusammenarbeit mit allen am Bau beteiligten Unternehmen.“ Die Anlage hat eine Leistung von 3 MW elektrisch und 10,5 MW thermisch. Damit wird sie durchschnittlich 24.000 MWh Strom und 80.000 MWh Wärme erzeugen. Diese Menge an Energie reicht bilanziell für 6.000 Passivhaus-Haushalte bzw. die Versorgung der kompletten Bahnstadt. Der Anteil von Wärme aus regenerativen Energien an der Fernwärme in Eppelheim und Heidelberg steigt damit um 14 Prozent. Der Kohlendioxid-Ausstoß sinkt dagegen um fast 30.000 Tonnen im Jahr.

Rund 60.000 Tonnen Holz werden jährlich in der Anlage verfeuert; bis zu 2.000 Tonnen können davon in der Holzlagerhalle bevorratet werden, in der das Richtfest stattfand. „Bei der Auswahl des Brennstoffes haben wir strenge Nachhaltigkeitskriterien angelegt“, berichtet Peter Erb. Heiko Faulhammer ergänzt: „Das Holz wird aus einem Umkreis von 75 Kilometer rund um Heidelberg stammen und zu fast 90 Prozent aus Landschaftspflegematerial und Grünschnitt bestehen.“ Damit wird dem Wald keine Substanz entzogen. Mit diesen beiden Aspekten erfüllen die Stadtwerke Heidelberg zwei Kriterien, die für den Umweltverband BUND entscheidend für einen nachhaltigen Einsatz von Biomasse für die Energieerzeugung sind. Das ist das Ergebnis eines Austauschs zwischen Vertretern des BUND Rhein-Neckar-Odenwald und des Unternehmens in 2012.