Stadt Landau: Maßnahmenkonzept zur Vergrämung von Saatkrähen

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Stadt Landau: Maßnahmenkonzept zur Vergrämung von Saatkrähen

Saatkrähen

Saatkrähen haben in Landau u.a. am Otto-Hahn-Gymnasium Kolonien gebildet. Die Stadt hat in den Haushalt für 2018 Gelder eingestellt, um ein Maßnahmenkonzept zur Vergrämung der geschützten Vögel erstellen zu lassen. Foto: Stadt Landau

Seit 2012 nimmt der Bestand von Saatkrähen in der Landauer Innenstadt kontinuierlich zu. Die unter Naturschutz stehenden Vögel werden von vielen Anwohnern als störend empfunden; auch das Otto-Hahn-Gymnasium und die Pestalozzi-Grundschule sehen sich mit dem Lärm, den die Tiere verursachen, sowie deren Hinterlassenschaften konfrontiert. Die Stadt ist sich der Problematik bewusst und hat in den Haushalt 2018 Mittel in Höhe von 6.000 Euro zur Erstellung eines Vergrämungskonzepts eingestellt.

„Alle Fachleute bestätigen uns, dass eine Lösung der Saatkrähen-Problematik nur langfristig gelingen kann“, fasst Oberbürgermeister Thomas Hirsch zusammen. „Nun gilt es, den ersten Schritt zu tun. Anfang kommenden Jahres wird ein Gutachter mit der Erstellung eines Maßnahmenkonzepts zur Vergrämung der Vögel beauftragt. Sollte der Stadtrat nach der Fertigstellung der Umsetzung des Konzepts zustimmen, so könnte bereits im Winterhalbjahr 2018/2019 mit ersten Maßnahmen begonnen werden“, so der Stadtchef. Das Konzept wird u.a. Vorschläge zu Vergrämungsmaßnahmen sowie zu Baumpflegearbeiten an künftigen Horstbäumen enthalten. Die neuen Horstbäume sollen sich in Bereichen der Stadt befinden, an denen die Vögel als weniger störend empfunden werden. Für erste Baumpflegearbeiten sowie das Umsetzen bzw. Ausbringen von Nestern sind im Haushalt 29.000 Euro eingestellt.

Beigeordneter und Umweltdezernent Rudi Klemm begrüßt die jüngste Entwicklung. „Als Stadt haben wir Verständnis für die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger“, betont Klemm. „Wir müssen uns aber auch an gesetzliche Vorgaben halten. Der Weg, den wir jetzt beschreiten, ist ein gangbarer; er erfordert jedoch von allen Beteiligten Geduld.“ Kurzfristige Maßnahmen wie das Kappen von Bäumen an der Pestalozzi-Grundschule hätten sich in der Vergangenheit als nicht effektiv bzw. sogar kontraproduktiv erwiesen, so Klemm. Das Maßnahmenkonzept sei darauf angelegt, eine langfristige Lösung zu finden, die naturschutzrechtlich verträglich und im Sinne der Betroffenen sei.

Angesichts der zunehmenden Saatkrähen-Problematik hatte die Stadt Ende 2016 eine Info-Veranstaltung für die Bürger durchgeführt. Im Nachgang war auf Vorschlag des Beigeordneten Klemm ein Runder Tisch ins Leben gerufen worden, der sich regelmäßig trifft und dem Vertreter von Stadtverwaltung und Politik, Fachleute zum Thema Saatkrähen sowie Bürger angehören. Auch darüber hinaus steht die Stadt in Kontakt mit Experten der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland und dem rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt.

By |Dienstag, 21. November 2017|