Speyer: Brunnenwasser nur zur Gartenbewässerung nutzen. Stadt erließ Allgemeinverfügung zur Gesundheitsvorsorge

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Speyer: Brunnenwasser nur zur Gartenbewässerung nutzen. Stadt erließ Allgemeinverfügung zur Gesundheitsvorsorge

(pm). Aktuellen Analysewerten zufolge ist das Grundwasser im Großraum Auestraße in einer Tiefe von ca. 8 – 15 Metern mit Abbauprodukten von Chemikalien verunreinigt. Vorsorglich untersagt die Stadt Speyer als Untere Wasserbehörde privaten Brunnenbesitzern, Grundwasser zu Trinkwasserzwecken zu nutzen. Hierzu wurde eine Allgemeinverfügung erlassen, die mit der Bekanntmachung im Amtsblatt (13. Juli 2012) rechtskräftig wurde.

Ausgenommen sind genehmigte Trinkwasserbrunnen im Schadensbereich, deren Wasserqualität regelmäßigen Kontrollen unterliegen. Ebenfalls davon nicht betroffen ist der Badebetrieb im Steinhäuserwühl- und Wammsee. Deren Gewässerqualität wird zum einen regelmäßig untersucht und zum anderen liegen bei einem Baggersee aufgrund der großen Wassermenge spezifische gewässerökologische Verhältnisse zugrunde. Folglich kann eine mögliche Gefährdung von Badegästen ausgeschlossen werden.

Die Umweltabteilung weist ausdrücklich darauf hin, dass das Verbot nicht nur das Trinken des Brunnenwassers beinhalte, sondern auch dessen Verwendung zum Kochen, Zubereiten von Speisen und Getränken sowie zum Händewaschen, Duschen und anderer Körperpflege sowie zum Befüllen von Planschbecken. Denn gerade Kleinkinder schlucken beim Badevergnügen gerne Wasser. Ferner wird empfohlen, Nutzpflanzen nicht mit dem Brunnenwasser zu beregnen.

Da sich die Schadstofffahne mit dem Grundwasserstrom bewegt, hat die Stadt Speyer in Zusammenarbeit mit der SGD Süd, dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht sowie der Abteilung Gesundheit und Verbraucherschutz des Rhein-Pfalz-Kreises einen großräumigen Sicherheitsbereich eingerichtet, dessen nördliche Grenze parallel zu Wamm- und Steinhäuserwühlsee verläuft, die westliche zieht sich entlang Friedhof, Landwehr- und Siemensstraße. Östlich stellt der Rhein die natürliche Grenze dar und im Süden markieren die Wenzel-Klambt-Straße, die Bahnlinie und das Schlangenwühl die Gebietsgrenze. Die höchsten Schadstoffkonzentrationen sind im Bereich des Friedhofs zu verzeichnen. Im Verlauf der Schadstofffahne in Richtung Osten nehmen die Konzentrationen deutlich ab.

Die Ursache liegt in einer älteren Untergrundverunreinigung auf dem früheren Siemensgelände (heute Tyco). Da die Selbstreinigungskraft der Natur nicht ausreicht, wird gegenwärtig auf dem Betriebsgrundstück von Tyco hydraulisch saniert. Ferner ist die Stadt mit dem Schadensverursacher Siemens übereingekommen, auf einer Strecke von ca. 3 km vom Industriegebiet Speyer-West in Richtung Rhein in Kürze aktive Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Da die Sanierung des Grundwasserschadens ein zeitlich aufwendiges Verfahren mit sich bringt, tritt bis zum Sanierungsende die Allgemeinverfügung in Kraft.

By |Dienstag, 17. Juli 2012|