Messfahrzeug

Messfahrzeug. Foto: Rhein Petroleum GmbH Heidelberg

(pm). Zur grundsätzlichen Aufklärung der Bevölkerung über den Ablauf der seismischen Messungen hat zudem die Stadtverwaltung Viernheim die Firma Rhein Petroleum zu einem Bürgerinfoabend eingeladen. Er findet am Mittwoch, 25. Juli 2012 (19.00 Uhr), im Ratssaal statt. Das Heidelberger Unternehmen Rhein Petroleum wird demnächst im ihm zugewiesenen Lizenzgebiet „Weinheim und Umgebung“ seismische Messungen durchführen. Dabei soll erkundet werden, ob möglicherweise Erdöl im Untergrund vorhanden ist. Die Firma steht bereits mit den zuständigen Behörden und Gemeinden in Kontakt, u.a. auch mit der Stadt Viernheim. Bis Mitte November 2012 wird ein rund 75 Quadratkilometer großes Gebiet (zwischen Hirschberg – Hemsbach sowie Weinheim – Viernheim, dort bis zur A67) untersucht. Mit den gesammelten Daten kann eine dreidimensionale Karte des lokalen Untergrunds erstellt werden, anhand derer Experten Hinweise ableiten, ob tatsächlich Erdöl eingelagert ist.

Als bewährtes Messverfahren wendet Rhein Petroleum die sog. „Vibroseismik“ an. Es wurde vor kurzem der Stadtverwaltung Viernheim vorgestellt. Die Firmenvertreter erläuterten Erstem Stadtrat Martin Ringhof und seinen Mitarbeitern diese speziell für bewohnte Gegenden entwickelte und – ihren Angaben zufolge – umweltschonende „3-D-Seismik“. Geländegängige Spezial-LKWs fahren dabei genau festgelegte Strecken ab und messen an bestimmten Punkten. Durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte werden für etwa 10 – 12 Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den jeweiligen Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die Erdoberfläche gelangen. Diese Reflexion der – für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren – Schallwellen wird mit Erdmikrofonen aufgezeichnet und direkt in ein Begleitfahrzeug geleitet.

Beim Aussenden der Schallwellen ist nur unmittelbar neben den Fahrzeugen ein leichtes Vibrieren zu spüren. So wird die Darstellung des Untergrunds bis hin in Tiefen von mehreren Kilometern ermöglicht. Um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten, macht der Messtrupp etwa alle 40 Meter Halt. Er legt pro Tag eine Strecke von etwa drei bis vier Kilometern zurück – je nach örtlicher Gegebenheit. Die Messfahrzeuge bewegen sich bei ihrer Arbeit ausschließlich auf den von den jeweiligen Eigentümern bzw. von der Stadt freigegebenen Straßen, Wegen und Flächen. Um die Genehmigungen rechtzeitig einzuholen, werden in den kommenden Wochen Mitarbeiter einer von Rhein Petroleum beauftragten Firma auch mit allen betroffenen Grundstückseigentümern sprechen.

Liegen die Genehmigungen vor, werden zunächst die Punkte im Gelände eingemessen und mit farblich gekennzeichneten Holzpflöcken markiert. Im zweiten Schritt werden die Erdmikrofone verteilt und mit orangefarbenen Messkabeln verbunden (können problem- und gefahrlos überfahren werden). Voraussichtlich ab September ist dann der eigentliche Messzug, der aus drei Fahrzeugen besteht, unterwegs. Für alle Interessierten hat Rhein Petroleum ein Projekt- und Informationsbüro in der Alfred-Nobel-Straße 14 eingerichtet. Es ist arbeitstäglich von 8.00 – 18.00 Uhr geöffnet (Telefon: 01 60-2 31 01 64).