Schwetzingen: Veranstaltung des OSS informierte Mediziner über Krebsnachsorge + Komplementärmedizin

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Schwetzingen: Veranstaltung des OSS informierte Mediziner über Krebsnachsorge + Komplementärmedizin

Schwetzingen GRN Gesundheitszentrum

Das Gelände des GRN Gesundheitszentrums in Schwetzingen, auf dem sich auch das MVZ am Schlossgarten befindet. Foto: GRN

(pm). Mitte 2011 wurde der Onkologische Schwerpunkt Schwetzingen (OSS) ins Leben gerufen, initiiert von Krebsexperten der GRN-Klinik Schwetzingen und des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Ziel des OSS ist es, den interdisziplinären Dialog zwischen all denen zu fördern, die in Schwetzingen und Umgebung an der Behandlung krebskranker Patienten beteiligt sind. Regelmäßige Fallbesprechungen und Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene bzw. Krankenhaus-Ärzte sind Teil des Angebots im Rahmen des Onkologischen Schwerpunkts. Ende Juni 2012 fand in der GRN-Klinik Schwetzingen unter dem Titel „Praktische Onkologie“ eine solche Fortbildungsveranstaltung statt. Rund 50 Teilnehmer (Allgemeinmediziner, Fachärzte) waren der Einladung von Dr. med. Christian Kuhn (Hämato-Onkologe und Ärztlicher Leiter des MVZ), Prof. Dr. med. Daniel Rost (Chefarzt der Gastroenterologie und Hämatologie/Onkologie, GRN-Klinik) und Dr. med. Kay Goerke (Chefarzt der Gynäkologie/Geburtshilfe, GRN-Klinik) gefolgt.

Gastrednerin Dr. med. Dr. P.H. Angelika Münst, Rosenfeld, stellte in ihrem Vortrag verschiedene komplementäre Krebstherapien vor, mit denen Patienten ergänzend zu Operation, Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden können. Wissenschaftliche Erhebungen, so Dr. Münst, haben gezeigt, dass 80 Prozent der Krebspatienten in Deutschland zusätzlich zur verordneten schulmedizinischen Therapie eine Behandlung aus dem Kreis der Komplementärmedizin wählen – und dies häufig, ohne darüber mit ihren behandelnden Ärzten zu sprechen. Es steht eine Vielzahl von Angeboten zur Verfügung: von Akupunktur über Homöopathie, Vitaminsupplementierung bis hin zur Mikronährstoff- oder Misteltherapie. Dr. Münst stellte Studien vor, die sich überwiegend mit der Auswirkung verschiedener ergänzender Therapien auf die Verträglichkeit der Chemotherapie und die Veränderung der Lebensqualität beschäftigen. Sie machte deutlich, dass die Patienten aus einer Vielzahl von komplementären Behandlungsmethoden wählen können, aber nur zu einem kleinen Teil wissenschaftliche Belege über deren Wirksamkeit vorliegen.

Auch individuelle Ernährung und Sport zählen zu ergänzenden Behandlungsmethoden

Auch eine individuell auf die betroffene Person abgestimmte Ernährung und dem Krankheitsverlauf angemessene sportliche Aktivitäten zählen zu den komplementären Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen. Vor allem sportliche Aktivitäten wirken sich erwiesenermaßen positiv – z.B. auf die Verträglichkeit von Chemotherapien – aus. Dr. Münst empfahl ihren Kollegen, immer im Gespräch mit den Patienten zu bleiben, um die Gesamttherapie im Auge zu behalten.

Prof. Rost und Dr. Goerke informierten über die aktuellen Nachsorgeempfehlungen für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren bzw. für Brustkrebs-Patientinnen. Krebsnachsorge richtet sich an Patienten, die bereits eine Tumortherapie erhalten haben, und hat das Ziel, die unerwünschten Nebenwirkungen der Therapie zu behandeln sowie ein Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Die Nachsorge wird bevorzugt ambulant von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Beide Chefärzte stellten, soweit vorhanden, hierzu die aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien vor. Für Brustkrebs-Patientinnen, so Dr. Goerke, ist die wichtigste Nachsorgeuntersuchung nach wie vor die Mammografie, die während der ersten drei Jahre nach der ursprünglichen Erkrankung in halb-, später in ganzjährlichen Abständen stattfinden sollte. Zusätzliche Untersuchungen wie Ultraschallaufnahmen der Leber, die Suche nach Tumormarkern im Blut sowie Knochen-Szintigramme werden heute nur noch bei konkreten Beschwerden empfohlen. Besonders wichtig sei auch hier das regelmäßige – am besten vierteljährliche – Gespräch und die körperliche Untersuchung beim Frauenarzt, um eventuell vorliegenden Beschwerden und möglicherweise auftretenden Rückfällen frühzeitig auf die Spur zu kommen. Ebenso wie die Therapie, sollte auch die Nachsorge individuell auf die Patienten abgestimmt werden, betonten sowohl Prof. Rost als auch Dr. Goerke. Hierzu gehöre auch, die psychische Situation der Betroffenen mit einzubeziehen und ggfs. entsprechende Hilfsangebote zu vermitteln.

By |Dienstag, 3. Juli 2012|