Kühe

Foto: Umweltministerium Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz will den Einsatz von Reserveantibiotika aus dem Humanbereich in der Tiermast verbieten. „Die Verwendung von Antibiotika, die als letzte Behandlungsmöglichkeit von kritischen Infektionen beim Menschen vorbehalten sind, sollten in der Tierhaltung an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft werden“, forderte der rheinland-pfälzische Staatssekretär Thomas Griese vergangene Woche in Berlin. Die Amtschefs der Agrarministerien tagten dort im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW). Immerhin sei eine Begrenzung von Reserveantibiotika in der Tierhaltung beschlossen worden, so Griese. „In Deutschland werden an Nutztiere fünf Mal mehr Antibiotika als an Menschen verabreicht“, sagte er. Der unsachgemäße Einsatz der Arzneimittel führe dazu, dass Krankheitserreger zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. „Wir wollen, dass bestimmte Antibiotika ausschließlich für Notfälle in der Humanmedizin zur Verfügung stehen und in der Tiermast ganz verboten werden“, bekräftigte Griese.

Auf Antrag von Rheinland-Pfalz und anderen Ländern wollen die Amtschefs außerdem den Tierärzten Festpreise für Antibiotika vorgeben. Inzwischen sei es so, dass ein Teil der Tierarztpraxen mehr über den Verkauf der Antibiotika verdiene, als über die tierärztliche Betreuung. Mit Rabatten für große Mengen würden sogar Anreize zum Antibiotikaverkauf geboten. Durch Festpreise solle dies verhindert werden.

Auf IGW im Fokus: Tierschutz und artgerechte landwirtschaftliche Tierhaltung

Auch im Rahmen der IGW in Berlin hat Rheinland-Pfalz den Tierschutz und artgerechte landwirtschaftliche Tierhaltung in den Fokus gerückt. Am 16. Januar 2015 lud der rheinland-pfälzische Staatssekretär Griese zu einer Podiumsdiskussion ein. Unter dem Titel „Rheinland Pfalz isst besser – Tierschutz fängt beim Einkauf an“ diskutierten Vertreter der Landwirtschaft, der Wissenschaft, des Tierschutzes und des Verbraucherschutzes, wie man mit dem Einkaufskorb Einfluss auf die Haltungsbedingungen der Nutztiere nehmen kann.

Die Massentierhaltung produziert zwar billig, ohne das Schmiermittel Antibiotika funktioniert sie aber nicht. Dies kann Folgen für die menschliche Gesundheit haben: In einer aktuellen Studie hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) auf 88 Prozent der bei Discountern gekauften Putenfleisch-Proben antibiotikaresistente Keime gefunden.