Rheinland-Pfalz: Knapp 6 Prozent der kontrollierten Tiertransporte mit Mängeln

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Rheinland-Pfalz: Knapp 6 Prozent der kontrollierten Tiertransporte mit Mängeln

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Jedes Jahr prüfen die Amtstierärzte der rheinland-pfälzischen Kommunen stichprobenartig, ob bei den Tiertransporten in Rheinland-Pfalz die Vorgaben des Tierschutzes eingehalten werden. Fazit des Landesuntersuchungsamtes für das Jahr 2017: Bei 1.092 Kontrollen in 2017 haben die Amtstierärzte fast 900 Fahrzeuge und etwa 1.400 Begleitpapiere überprüft. In den Fahrzeugen wurden über 180.000 Tiere, vor allem Schweine, Geflügel und Rinder, transportiert. Bei 62 durchgeführten Kontrollen haben die Amtstierärzte Verstöße festgestellt, 38 davon am Versandort oder nach dem Ausladen am Schlachtbetrieb, 24 bei Kontrollen während des Transports.

Bei 39 beanstandeten Schweinetransporten haben die Amtstierärzte häufig die Ladedichte oder die Anbindung der Tiere beanstandet. Bei zehn Transporten wurden nicht transportfähige Tiere vorgefunden. In drei Fällen wurde ein tierschutzwidriger grober Umgang mit Tieren, in einem weiteren Fall eine unzureichende Belüftung festgestellt. Die Beförderungsdauer und die Transportfähigkeit der Tiere waren häufig bei Rinder- und Geflügeltransporten zu bemängeln. Es wurden 28 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet sowie 22 Belehrungen und vier Anordnungen ausgesprochen. In einem Fall wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Bund muss zum Schutz der Tiere dringend handeln

Besorgniserregend sind vor allem Langzeittransporte bei Hitzeperioden in Drittländer. Lange Wartezeiten an den Außengrenzen der EU, verbunden mit einer häufig unzureichenden Versorgung mit Wasser und Futter, führen zu tierschutzwidrigen Zuständen. Aber auch der Weitertransport im Drittland kann sehr belastend sein. „Zum Schutz der Tiere muss sich der Bund dringend für eine Verschärfung der EU-Transportverordnung einsetzen. Wir können nicht hinnehmen, dass beispielsweise Rinder bis zu 29 Stunden ohne ein Abladen quer durch Europa transportiert werden dürfen – und das bei einer Transporttemperatur von bis zu 35 Grad Celsius. Sowohl die Transportbedingungen, die Transportdauer als auch die maximale Transporttemperatur müssen schnellstmöglich verbessert beziehungsweise gesenkt werden“, forderte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken.

By |Montag, 26. März 2018|