„Gutes Essen ist in Schulen, Kitas oder Senioreneinrichtungen besonders wichtig. Es ist Grundlage für Gesundheit und Erfolg unserer Kinder und es verhindert ernährungsbedingte Krankheiten“, erklärte die rheinland-pfälzische Ernährungsministerin Ulrike Höfken am 17. Oktober 2014 in Düngenheim. Die Ministerin überreichte dort gleich dreimal das Zertifikat „Geprüfte Speisenqualität“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) an das Bildungs- und Pflegeheim St. Martin. Die Kita, die Förderschule und das Seniorenheim haben sich beim Kochen in die Karten schauen und erfolgreich nach den strengen Qualitätsstandards bewerten lassen.

Nur ein Drittel der Kitas in Deutschland orientieren sich an empfohlenen Standards

„Leckeres Essen mit ausreichend Getreide, Gemüse und Obst, nicht mehr als zweimal die Woche Fleisch und höchstens einmal Pommes“, beschrieb Höfken einige der Anforderungen. Die Ministerin dankte der Einrichtung dafür, dass sie die Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Tischgäste vorbildlich übernehme und dabei neue Wege gehe. „Wir wollen erreichen, dass gute Verpflegung Schule macht, denn leider ist es nicht die Regel“, so die Ministerin. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie orientiert sich nur ein Drittel der Kitas in Deutschland an den empfohlenen Standards. Nur etwa die Hälfte bieten täglich Gemüse an. Fleisch komme in 46 Prozent der Kitas zu häufig auf den Tisch.

Ernährungsbedingte Erkrankungen sind für zwei Drittel der Gesundheitskosten verantwortlich

Gerade in der Kindheit werde die Esskultur geprägt. Doch Untersuchungen zeigen, dass etwa 10 Prozent der 6 – 7-Jährigen In Rheinland-Pfalz bereits Übergewicht haben. Die Folgen sind neben individuellem Leid, gesundheitliche Belastungen für die Kinder sowie für das Gesundheitssystem insgesamt. Ernährungsbedingte Erkrankungen sind inzwischen für zwei Drittel der Gesundheitskosten verantwortlich. Die Ministerin machte deutlich: „Ernährungsbildung ist ein Schlüssel, um dem entgegenzuwirken. Und die Schulen oder Kitas sind ein guter Lernort, um beim gemeinsamen Mittagessen gesunde Lebensmittel schätzen zu lernen.“ Die Landesregierung unterstütze das mit Projekten wie dem „Speiseplancheck“ oder dem Schulobstprogramm. Mehr als 255.000 Kinder kommen so neben der wöchentlichen Extraportion Obst und Gemüse auch in den Genuss von Ernährungsbildung. Wie wichtig dies sei, zeige auch der aktuelle Fleischatlas, den die Heinrich-Böll-Stiftung zum Welternährungstag herausgegeben habe. Demnach wirft in Deutschland jeder durchschnittlich 4,3 Kilogramm Fleisch in den Müll. „Auch unsere Kampagne ‚Rheinland-Pfalz isst besser‘ setzt deshalb hier an und vermittelt einen bewussteren Umgang mit unseren Lebensmitteln“, so Höfken.

Als Grundlage für die Zertifizierung hat die DGE bundeseinheitliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen erarbeitet und zeichnet Einrichtungen oder Caterer aus. Bundesweit sind bereits 400 Kitas und Schulen oder Caterer zertifiziert. In Rheinland-Pfalz wurde das Zertifikat in 2013 erstmals vergeben. Mittlerweile haben sechs Einrichtungen ihre Verpflegung erfolgreich prüfen lassen.