Region: 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

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Region: 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

Die Beratungsstelle für sexuell übertragbare Infektionen / AIDS–Beratung (STI/AIDS-Beratung) der Stadt Mannheim führt in Kooperation mit dem STI/HIV-Netzwerk Metropolregion Rhein-Neckar zum Welt-AIDS-Tag wieder eine Plakataktion in der Linie 5 (OEG) sowie in Straßenbahnen in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg durch. Zwei Wochen werden die ausgehängten Plakate auf die Beratungs- und Testangebote in der Metropolregion Rhein-Neckar hinweisen.

Eine aktualisierte Internet-Präsenz bietet zudem einen umfassenden Überblick bezüglich der Beratungs- und Untersuchungsmöglichkeiten im Bereich sexuell übertragbarer Infektionen: www.hiv-netzwerk-mrn.de

Die Beratungs- und Testangebote des Fachbereichs Gesundheit in Mannheim zu sexuell übertragbaren Infektionen wurden im Jahr 2017 verstärkt in Anspruch genommen. So wurden bis einschließlich Oktober bereits über 4.000 Beratungen und 3.200 Tests zu sexuell übertragbaren Infektionen (HIV, Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe, Hepatitis) durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine weitere Erhöhung der Nachfrage nach Beratung und Testung.

„Diese rege Inanspruchnahme verdeutlicht, wie wichtig die Bereitstellung dieser Angebote für die Gesellschaft ist“, so Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. „Gleichzeitig freue ich mich, wenn es dadurch gelingt, in eine frühzeitige Behandlung von Neuerkrankungen ein zu steigen“. Stand in den letzten Jahren das HIV-Testangebot für die meisten Klienten der STI/AIDS-Beratung im Vordergrund, werden heute zunehmend die Tests bezüglich der anderen sexuell übertragbaren Infektionen, hier insbesondere Chlamydien und Gonorrhoe sowie Syphilis, nachgefragt. Angesichts der hohen Fallzahlen bei Syphilis (Neudiagnosen in 2016 in Deutschland: 7.162 / 2015: 6.714), sowie deren negativen Wirkung bei der Begünstigung einer HIV-Infektion, sieht die STI/AIDS-Beratung hier einen Schwerpunkt ihrer Arbeit.

In Deutschland leben nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ungefähr 87.000 HIV-positive Menschen. Für das Jahr 2016 wurden dem RKI 3.437 gesicherte HIV-Neudiagnosen übermittelt (2015: 3.674). In Mannheim wurden im Jahr 2016 46 Neudiagnosen einer HIV-Infektion gemeldet (2015: 37 Meldungen). Die AIDS-Todesfälle in Mannheim und der angrenzenden Region sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Ursächlich hierfür sind vor allem die erheblichen Fortschritte der modernen Kombinationstherapien, aber auch die Entwicklung besserer Behandlungsmethoden im fortgeschrittenen Stadium von AIDS.

Insgesamt gibt es in Deutschland im internationalen Vergleich relativ günstige Zahlen zu HIV und AIDS. Dennoch wird jedem nicht monogam lebenden, sexuell aktiven Menschen empfohlen, sich nach Risikosituationen auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen.

Leider erfahren rund 1.200 Menschen jedes Jahr erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie bereits das Vollbild der Erkrankung beziehungsweise einen schweren Immundefekt haben. Oft gehen Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, bei einer entsprechenden Diagnose von anderen ausgegrenzt zu werden.

By |Donnerstag, 23. November 2017|