(pm). Der Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg befindet sich derzeit in Revision. Auf Grund eines meldepflichtigen Ereignisses in einer anderen Anlage (siehe ecoGuide vom 13.07.12) wurde in der Revision ein umfangreiches Untersuchungsprogramm in sicherheitstechnisch wichtigen Leittechnikschränken durchgeführt. Wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilt, wurde dabei festgestellt, dass bei der Montage an verschiedenen elektrischen Verbindungen Isolationsreste in den Anschlüssen verblieben sind. Die Ausführung der Anschlüsse entspricht damit nicht dem in der Montagespezifikation geforderten Zustand. Die betroffenen Anschlüsse mit den Isolationsresten sind seit der Errichtung in der Anlage verbaut. Bisher haben die Befunde zu keinen Funktionsstörungen, Schäden oder Ausfällen in Sicherheitssystemen geführt. Seit der Inbetriebnahme der Anlagen werden jährlich wiederkehrende Prüfungen an der Leittechnik durchgeführt. Dabei wurden keine Auffälligkeiten, die aus den Befunden abgeleitet werden könnten, festgestellt.

Der Kraftwerksbetreiber hat den Vorfall unter der Meldekategorie N (Normalmeldung); INES 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) eingestuft. Er hat mit Hilfe eines Rütteltischversuchs mit einem ausgebauten Baugruppenträger nachgewiesen, dass die betroffenen Anschlüsse auch bei Erdbeben und dem unterstellten Flugzeugabsturz die sicherheitstechnischen Anforderungen voll erfüllen. Die hinzugezogenen Sachverständigen haben den Nachweis bestätigt.

Sicherheitstechnische Bewertung der behördlichen Atomaufsicht: Es muss gewährleistet sein, dass auch bei Erdbeben und Flugzeugabsturz nicht mit einer Unterbrechung der elektrischen Verbindung aufgrund der Befunde zu rechnen ist. Der Befund war deshalb von einer potenziellen sicherheitstechnischen Bedeutung. Aufgrund der Nachweisführung ist jetzt die Erfüllung der sicherheitstechnischen Anforderungen gewährleistet. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf Personen, Umwelt oder den Betrieb der Anlage.