Kreiskrankenhaus Bergstraße

Ansicht des Kreiskrankenhauses Bergstraße. Foto: Kreiskrankenhaus / Thomas J. Zelinger

Das Universitätsklinikum Heidelberg, das Kreiskrankenhaus Bergstraße gGmbH und der Kreis Bergstraße haben auf einer Pressekonferenz am 20. März 2013 in Heppenheim das gemeinsame Zukunftskonzept ihrer strategischen Partnerschaft vorgestellt. Nach der Einwilligung des Bundeskartellamtes zur Übernahme von 90 Prozent der gGmbH am 18. März – zehn Prozent der Anteile werden weiterhin vom Kreis Bergstraße gehalten – streben die beiden Partner nun zügig die Umsetzung ihrer vereinbarten Maßnahmen an. Diese sieht eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit bei der Krankenversorgung, die Sanierung von Gebäude und Ausstattung mit moderner Technik sowie die Ausschöpfung von Synergie-Effekten in vielen Bereichen vor.

„Das Zukunftskonzept war Grundlage dafür, dass sich der Kreis im Jahr 2012 für das Universitätsklinikum Heidelberg als Partner entschieden hat“, erklärte Matthias Wilkes, Landrat des Kreises Bergstraße. „Das Kreiskrankenhaus ist nun eine eigenständige gGmbH des Universitätsklinikums Heidelberg. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung nehmen auch zukünftig die Aufsichtsfunktion wahr“, sagte Thomas Metz, Erster Kreisbeigeordneter des Kreises Bergstraße.

Medizinische Schwerpunkte und wohnortnahe Versorgung bleiben erhalten und werden universitär angebunden

„Wir werden die medizinischen Schwerpunkte des Kreiskrankenhauses Bergstraße erhalten und stärken, so dass eine überwiegend wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung im Kreis Bergstraße erhalten bleibt“, sagte Prof. Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. Patienten mit sehr schweren Erkrankungen, die eine Maximalversorgung brauchen, würden im Universitätsklinikum behandelt, das darin über besondere Expertise verfügt. „Die abgestimmte Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum und die universitäre Anbindung wird den Patienten im Kreis Bergstraße zu Gute kommen“, so Prof. Adler. Er hob vor allem die künftig enge Zusammenarbeit bei der Behandlung von Patienten mit Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfall hervor.

Die rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Bergstraße haben eine Arbeitsplatzgarantie für die kommenden fünf Jahre und können die umfangreichen Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote der Akademie für Gesundheitsberufe des Klinikums nutzen. „Darüber hinaus können wir ihnen berufliche Perspektiven im Gesamtkonzern des Universitätsklinikums, in dem rund 11.000 Menschen beschäftigt sind, bieten“, sagte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg.

Modernisierung und effiziente Reorganisation sollen Auslastung verbessern

Das Universitätsklinikum hat das Kreiskrankenhaus zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro übernommen. Für die Sanierung des Gebäudes sind 50 Millionen Euro erforderlich; in die medizintechnische Ausstattung sollen acht Millionen Euro investiert werden. „Dafür beantragt die gGmbH als Träger des Kreiskrankenhauses Mittel aus der hessischen Krankenhausfinanzierung“, sagte Irmtraut Gürkan. Das Klinikum übernimmt das Kreiskrankenhaus schuldenfrei und hat sich ebenso wie der Kreis mit einer Einlage von drei Millionen Euro beteiligt. „Durch die rasche Umsetzung des Zukunftskonzepts sehen wir gute Chancen, dass das Kreiskrankenhaus seine Leistungen in der Krankenversorgung steigern kann und künftig kostendeckend arbeiten wird“, so Frau Gürkan. Vorrangiges Ziel ist, die Auslastung der Klinik auf deutlich über 80 Prozent anzuheben.

Das Zukunftskonzept sieht folgende Eckpunkte vor:

  • Medizinische Versorgung
  • Das Kreiskrankenhaus wird Außenstelle des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT). Dadurch Etablierung universitärer Standards mit interdisziplinärer Krebsbehandlung mit Tumorboards unter Einbindung in das hessische Onkologie-Konzept.
  • Integration von Isolationsbetten in das Gesundheitsforschungszentrum Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg: Das Kreiskrankenhaus verfügt über 16 Isolationsbetten (neun Zimmer mit angeschlossener Schleuse).
  • Teleradiologische Anbindung an das Universitätsklinikum Heidelberg (z.B. Ad-Hoc Befundung im Universitätsklinikum bei Schlaganfall).
  • Ausbau des Notfallstandorts, u.a. durch Modernisierung und Zertifizierung des Schockraums.
  • Einbau eines neuen Linksherzkatheter-Messplatzes.
  • Einführung eines Zentralen Patientenmanagements, Reorganisation von Abläufen in OP und Intensivstation-Kooperationen.
  • Enge Kooperation mit niedergelassenen Ärzten zur Etablierung eines umfassenden und abgestimmten Behandlungskonzeptes.
  • Offenheit und Engagement für Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern der Region.
  • Universitäre Anbindung des Kreiskrankenhauses Bergstraße als Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät Heidelberg.