(pm). Es ist aktuell das große Thema bei der Behandlung von Krebserkrankungen: die so genannte „Personalisierte Medizin“. Darunter verstehen Ärzte das Bemühen, eine Krebstherapie ganz individuell auf den einzelnen Patienten zuzuschneiden. Die Fortschritte auf diesem Gebiet erläutern Ärzte im Verlauf eines Patiententages am Samstag, 24. November 2012, ab 10.00 Uhr im Mannheimer Stadthaus (N 1). Ausrichter des Patiententages ist das Interdisziplinäre Tumorzentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Rund 20 Krebsspezialisten werden dabei zu Wort kommen, vertreten sind außerdem rund 15 Selbsthilfegruppen und noch einmal so viele Aussteller von Medizinprodukten und Dienstleistungen aus dem Umfeld der Krebsmedizin. Die Teilnahme ist kostenlos, einer Anmeldung bedarf es nicht.

Im Verlauf der Eröffnung dieses neunten Patiententages werden zwei Mannheimer Klinikdirektoren, der Chirurg Prof. Dr. Stefan Post und der Internist Prof. Dr. Matthias Ebert, die Besonderheiten der Personalisierten Krebsmedizin skizzieren. Weil vor jeder Behandlung zunächst einmal die Notwendigkeit steht, eine Krankheit überhaupt zu erkennen, widmen sich vier laienverständliche Kurzvorträge dem Themenblock „Molekulare Diagnostik – Neue Wege in der Früherkennung“. Dabei geht es u.a. um die Frage, aufgrund welcher genetischen Ursachen das Risiko, Krebs zu bekommen, von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Außerdem erfahren die Besucher, mit welchen Methoden Radiologen die Stoffwechselvorgänge in einem Tumor sichtbar machen können, und welch ausgesprochen sensible Messverfahren der Labormedizin heute bei der Tumorerkennung zur Verfügung stehen.

„Individualisierte Therapie – für jeden Tumor die spezielle Behandlung“, lautet die Überschrift der ab etwa 11.45 Uhr folgenden Berichte. Ärzte des Mannheimer Universitätsklinikums erläutern z.B., wie die Experten im „Tumorboard“ das im Einzelfall bestgeeignete Vorgehen besprechen. Gerade in der Krebsbehandlung ist dies von besonderer Bedeutung, da große Säulen wie Bestrahlung, Chemotherapie und Operation in unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten zu Hause sind. Zur Sprache kommen dabei auch aktuelle Forschungsansätze, z.B. einen Tumor von der Versorgung mit Nährstoffen abzuschneiden und so seine Ausbreitung im Körper zu verhindern.

Sascha Spataru, Chefredakteur des Rhein-Neckar-Fernsehens, moderiert ab 13.30 Uhr eine Diskussionsrunde, bei der es insbesondere um die Palliativtherapie und um Therapieformen geht, die in der Krebsmedizin begleitend zur eigentlichen Tumorbehandlung eingesetzt werden. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang beispielsweise die Schmerztherapie. Abschließend, etwa ab 15.00 Uhr, stehen Ärzte, die sich auf einzelne Tumorerkrankungen spezialisiert haben, für Gespräche in Kleingruppen zur Verfügung. Auf diese Weise sollen Patienten zu Wort kommen, die spezielle Fragen haben und diese nicht gerne vor einem großen Zuhörerkreis diskutieren möchten.