Obrigheim: Info-Veranstaltung zur 3. Abbaugenehmigung

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Obrigheim: Info-Veranstaltung zur 3. Abbaugenehmigung

(pm). Im InfoCenter des Kernkraftwerks Obrigheim (KWO) findet am Dienstag, 24. Juli 2012 (18.00 Uhr, Kraftwerkstraße 1, Obrigheim) eine Informationsveranstaltung zur 3. Abbaugenehmigung statt. Hierzu laden die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) die interessierte Öffentlichkeit ein. Vertreter des KWO sowie der atomrechtlichen Genehmigungsbehörde werden an dem Tag Vorträge halten und daneben für Fragen sowie zur Diskussion zur Verfügung stehen. „Bei der Informationsveranstaltung der EnKK und des Umweltministeriums Baden-Württemberg erhalten die Bürgerinnen und Bürger ausführliche Informationen über den aktuellen Stand des Rückbaus in Obrigheim und im Besonderen über die geplanten Tätigkeiten im Rahmen des dritten Abbauumfangs. So können sie sich vorab ein Bild dazu machen“, erklärt Dr. Manfred Möller, der Technische Geschäftsführer des KWO.

Die Informationsveranstaltung ergänzt die Info-Angebote und Dialogmöglichkeiten rund um den Rückbau des Kraftwerks. „In den sieben Jahren seit der Abschaltung des Kernkraftwerks Obrigheim hat die EnKK die Öffentlichkeit kontinuierlich über die Planung und den Verlauf des Rückbaus informiert. Und das Interesse daran ist hoch“, so Manfred Möller. „So gibt es eine unverändert starke Nachfrage nach Besichtigungen. Auch im Jahr 2011 konnte wieder mehreren tausend Besuchern ein umfassendes Programm mit Anlagenrundgang angeboten werden. Daneben ist der Rückbau in Obrigheim regelmäßig Gegenstand der regionalen, nationalen und auch internationalen Berichterstattung. Medienvertreter werden kontinuierlich über den Fortgang der Arbeiten informiert und machen sich vor Ort selbst ein Bild davon.“

Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim

Im Mai 2005 hatte die EnBW den Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Obrigheim nach 37 Betriebsjahren gemäß Kernenergievereinbarung eingestellt. Anschließend waren in der so genannten Nachbetriebsphase die Stilllegung und der Abbau vorbereitet worden.

Mit der Erteilung der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung hatte im Herbst 2008 der eigentliche Abbau des Kraftwerks begonnen. Die Genehmigung gestattet insbesondere die Stillsetzung und den Abbau von definierten Anlagenteilen im Überwachungsbereich, dem nicht-nuklearen Teil der Anlage. Hierzu zählen z.B. im Maschinenhaus die Turbinen, der Generator, Pumpen, Wärmetauscher, Armaturen, Leitungen sowie Behälter. Ein Großteil dieser Tätigkeiten wurde bereits durchgeführt. Die Arbeiten im Maschinenhaus sind bis auf den Abbau der Turbinen- und Generatorfundamente abgeschlossen, so dass von diesem im Wesentlichen noch die äußeren Gebäudestrukturen erhalten sind. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgenutzt oder abgerissen.

Im Oktober 2011 hat die EnKK vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg die 2. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung erhalten. Der Schwerpunkt des Abbauumfangs liegt auf Anlagenteilen im Kontrollbereich, dem nuklearen Teil der Anlage. Hierzu gehören die beiden Dampferzeuger, also die Komponenten, in denen das Speisewasser in Wasserdampf umgewandelt wurde, der die Turbine des Kraftwerks antrieb, der Druckhalter, dessen Funktion es war, den Druck und das Wasservolumen im Reaktorkühlkreislauf zu regulieren, die beiden Hauptkühlmittelpumpen und die Hauptkühlmittelleitung sowie Hilfs- und Nebensysteme.

Der Abbau des Reaktordruckbehälters, der den Reaktorkern mit den Brennelementen umschloss, der zugehörigen Reaktoreinbauten und des sogenannten biologischen Schildes (Stahlbetonwand zur Abschirmung der Strahlung aus dem Reaktordruckbehälter), ist Gegenstand einer weiteren (dritten) Abbaugenehmigung. Die EnKK hat im März 2010 den Genehmigungsantrag hierfür beim Umweltministerium Baden-Württemberg gestellt. Details hierzu stehen im Mittelpunkt der Info-Veranstaltung am 24. Juli.

Im Rahmen einer vierten Abbaugenehmigung sollen später Restsysteme wie z.B. der Reaktorgebäudekran und lufttechnische Anlagen abgebaut werden. Daran schließt sich die Dekontamination und Freimessung der Gebäudeinnenoberflächen an, mit dem Ziel, den Kontrollbereich aufzuheben. Im Anschluss an diesen atomrechtlichen Rückbau kann dann eine Nachnutzung der Gebäude oder ihr konventioneller Abriss erfolgen.

„Mit dem Verlauf des Rückbaus des KWO sind wir sehr zufrieden“, erklärt Manfred Möller. „Rund 190 Mitarbeiter bringen ihr Fachwissen und ihre standortspezifischen Kenntnisse in den Abbau ein und arbeiten aktiv daran mit. Die Planung, das Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren sowie die Einweisung und Kontrolle von Spezialfirmen vor Ort liegen in ihren Händen. Und sie haben auch bereits eine beachtliche Bilanz beim Rückbau vorzuweisen. Die in der EnKK bestehenden hohen Ansprüche an die nukleare Sicherheit und die Arbeitssicherheit sind stets gewährleistet. Es gab bislang keine Meldepflichtigen Ereignisse oder schwerwiegenden Arbeitsunfälle.“

Weitere Details und Informationen:

www.enbw.com/kwo-info sowie

www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/95181/

By |Samstag, 7. Juli 2012|