Neustadt: Biberratten an der Wallgasse sollten nicht gefüttert werden

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Neustadt: Biberratten an der Wallgasse sollten nicht gefüttert werden

Biberratte im Speyerbach

Biberratte am Speyerbach. Foto: Stadt Neustadt a.d. Weinstraße

Die Abteilung Landwirtschaft und Umwelt der Stadt Neustadt a.d. Weinstraße bittet dringend darum, die Biberratten (auch Nutrias genannt), die sich Ende 2012 im neu angelegten Grünzug Wallgasse angesiedelt haben, nicht zu füttern! Inzwischen seien sie sogar schon im Bereich des Roxy-Wehrs, des Floßbachs und des Speyerbachs östlich der Festwiese gesichtet worden.

Zum einen graben die geselligen Tiere bis zu sechs Meter lange und drei Meter tiefe Erdhöhlen in die Uferböschungen, was zu Uferabbrüchen und damit teuren Ufersanierungen führt. Zum anderen werden die Wildtiere an der stark frequentierten Wallgasse aus falsch verstandener Tierliebe leider von einigen Bürgern mit Salat, Brötchen und Küchenabfällen gefüttert, was zum Vertritt der neu angelegten Ufervegetation führt, zu Krankheitsrisiken für die Nutrias und zur Ansiedelung von Ratten in der Böschung, die das übrig gebliebene Futter verzehren.

Angesichts des nahe gelegenen Kinderspielplatzes rund um das Piratenschiff sind Ratten darüber hinaus nicht nur ein hygienisches, sondern auch ein Sicherheitsproblem für die Kinder. Die häufig verbreiteten Biberratten gelten als Neozoen, also neu eingebürgerte, fremdländische Tierarten, und bevölkern mittlerweile viele Gräben und Gewässer in der Region. Ursprünglich stammen die 60 bis 70 Zentimeter großen Tiere aus Südamerika und wurden als gängige Einnahmequelle für Pelz und Nahrung ab dem 17. Jahrhundert auch in Europa eingeführt. In Deutschland nutzte man die Nutrias außerdem zur biologischen Schädlingsbekämpfung, da sie die ebenfalls eingebürgerten und unbeliebten Bisamratten zurückdrängen können.

Dank des Klimawandels und der milden Winter können sich die Tiere auch in unserer Region halten und haben sich mittlerweile im Siedlungsbereich zu einem echten Problem entwickelt. Sollte sich die Population in den kommenden Wochen durch strenge Wintertage nicht vermindern, ist laut Umweltabteilung angedacht, die Tiere durch einen fachkundigen Jäger einfangen und umsiedeln zu lassen.

By |Freitag, 18. Januar 2013|