Neustadt: Ausstellung „NS-Psychiatrie“

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Neustadt: Ausstellung „NS-Psychiatrie“

Mitte Dezember 2014 wurde in Neustadt die Ausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz und ihre Opfer in Neustadt“ – ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Neustadt a.d. Weinstraße, des Leibniz-Gymnasiums und der Lebenshilfe e.V.  – eröffnet. Gezeigt wird eine Wanderausstellung des Pfalzklinikums und des Bezirksverbands Pfalz, die die Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik in der Region unterstützen soll. Menschen aus der gesamten Pfalz wurden Opfer der NS-Psychiatrie. Die Ausstellung liefert Hintergrundinformationen zu diesen schrecklichen Vorgängen in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster – und sie macht deutlich, dass hinter den Opferzahlen Menschen stehen: Ehepartner, Verwandte, Freunde und Nachbarn. Darunter auch Menschen aus Neustadt.

Erstmals hat das Stadtarchiv gemeinsam mit 23 Schülerinnen und Schülern des Neustadter Leibniz-Gymnasiums, einem Ethik- Grundkurs der 11. Jahrgangsstufe unter der Leitung ihres Lehrers Marc Weigel, Neustadter Opferakten ausgewertet, die vom Landesarchiv Speyer eigens für das Schülerprojekt zur Verfügung gestellt wurden. Nationalsozialistische Psychiatrie, das bedeutete auch für viele Neustadter: Zwangssterilisationen, staatlich organisierter, heimlich durchgeführter Krankenmord, Deportation und Ermordung „unerwünschter“ Patientengruppen. Die Ergebnisse des Schülerprojekts, das den Neustadter Opfern ein Gesicht gibt, werden in der Ausstellung ebenfalls dokumentiert.

Erst Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft trauten sich Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung wieder in die Öffentlichkeit, machten auf ihre Notlage aufmerksam und gründeten die Lebenshilfe-Vereinigungen als Eltern- und Selbsthilfeorganisationen. So auch die Lebenshilfe Neustadt, die 2014 ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum feierte. Als Kontrapunkt möchte die Lebenshilfe Neustadt durch eine eigene Präsentation zeigen, wie die Menschen mit Beeinträchtigung heute ihr Leben gestalten können und ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Öffnungszeiten der Ausstellung (bis 25. Januar 2015):
Mi + Fr 16.00 – 18.00 Uhr
Sa + So 11.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr

Ausstellungsort:
Stadtmuseum Villa Böhm, Villenstraße 16 b/ Maximilianstraße 25, 67433 Neustadt a.d. Weinstraße
Telefon 0 63 21/8 55-5 40

By |Freitag, 2. Januar 2015|