Neurologische Universitätsklinik Heidelberg veranstaltet Patiententag zu Multipler Sklerose

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Neurologische Universitätsklinik Heidelberg veranstaltet Patiententag zu Multipler Sklerose

(pm). Am Samstag, 1. Dezember 2012, sind Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und ihre Angehörigen zu einem Informationstag der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg eingeladen. Von 10.00 – 14.00 Uhr geben renommierte MS-Experten einen Überblick über aktuelle Therapiemöglichkeiten, Rehabilitation, wissenschaftliche Fortschritte sowie Tipps zur Therapiewahl. Referenten und Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Amsel e.V.“ stellen sich zwischen und nach den Vorträgen den Fragen der Besucher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltung in der Kopfklinik

Die Veranstaltung findet im Großen Hörsaal der Kopfklinik (Im Neuenheimer Feld 400) statt. Für Rollstuhlfahrer sind barrierefrei erreichbare Plätze im vorderen Bereich des Hörsaals reserviert. Wie können Patienten aktiv und als kompetente Gesprächspartner für den behandelnden Arzt auf die Therapiewahl Einfluss nehmen? Das ist angesichts der immer komplexeren Behandlungsmöglichkeiten, die auch diverse Nebenwirkungen und Risiken für den Patienten mit sich bringen können, eine zentrale Frage für die Betroffenen. Beim Patiententag soll daher diskutiert werden, wo Patienten geeignetes Informationsmaterial finden, ihr Wissen über die Erkrankung schulen, an wen sie sich mit Fragen wenden und wie sie den Austausch mit ihrem Arzt optimal gestalten können.

Neue entzündungshemmende und schützende Medikamente

Neuigkeiten gibt es im Bereich der medikamentösen Therapie: Nachdem 2011 bereits das erste Medikament in Tablettenform zugelassen wurde, stehen nun drei weitere Wirkstoffe, die oral eingenommen werden können, kurz vor der Zulassung und sind eventuell ab 2013 erhältlich. Alle diese Kandidaten greifen an unterschiedlichen Stellen am Immunsystem an und unterdrücken Entzündungen. Die Einnahme als Tablette kann den Patienten die täglichen Injektionen ersparen. Darüber hinaus stellen die Referenten laufende und geplante Studien sowie aktuelle Studienergebnisse vor. So zeigte das Hormon Erythropoetin in einer ersten Heidelberger Studie mit MS-Patienten einen schützenden Effekt auf bereits angegriffene Nervenzellen und -bahnen. Weitere Studien müssen folgen; doch wenn sich die Wirkung bestätigt, gäbe es einen ersten Ansatz, den durch Entzündungsprozesse entstandenen Schaden im Nervensystem längerfristig abzumildern.

Deutschlandweit leiden rund 120.00 Menschen an MS. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen körpereigene Immunzellen gesundes Nervengewebe an und zerstören es schließlich. Häufig verursacht MS bereits in jungen Jahren bleibende Nervenschäden und Behinderungen. Bislang stehen Medikamente zur Verfügung, die Krankheitsschübe dämpfen, aber nicht heilen können. Am Universitätsklinikum Heidelberg werden MS-Patienten in einer speziellen neuroimmunologischen Ambulanz – von der Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose (DGMS) als „anerkanntes MS-Zentrum“ ausgewiesen –  fächerübergreifend betreut.

By |Dienstag, 27. November 2012|