Neckargemünd Hochwasser-Pfad

Foto: Stadt Neckargemünd

Mit dem Neckargemünder Hochwasser-Pfad eröffnet Bürgermeister Horst Althoff am 18. Oktober 2014 im Rahmen des diesjährigen Streuobst-Festivals (siehe ecoGuide vom 10. Oktober 2014) ab 13.00 Uhr eine neue geo- und kulturtouristische Einrichtung in Neckargemünd. Zehn Tafeln des Naturparks Neckartal-Odenwald erläutern zukünftig entlang des Neckars sowie an der Elsenzmündung in Wort und Bild einen Aspekt des Lebens am Fluss, den viele Bewohner der im Neckartal gelegenen Ortschaften – manchmal leidlich gut – aus eigener Erfahrung kennen: das Hochwasser. Interessierte können bei einem ersten geführten Rundgang auf zweieinhalb Kilometern interessante Einblicke in ein wichtiges natur- und kulturgeschichtliches Kapitel der Stadt am Fluss gewinnen.

Hochwasser an Flüssen wie dem Neckar ist ein gewöhnliches Naturphänomen. Je nach Niederschlag und Bodensättigung, Bodenfrost und Schneeschmelze, Relief und Einzugsgebiet schwillt ein Flusslauf zuweilen an und wieder ab. Zudem überlagern menschliche Einwirkungen die natürlichen Vorgänge. Für die Anwohner kann dieses Naturereignis unter extremen Bedingungen zur Katastrophe werden.

Historische Hochwasserextreme

Der Hochwasser-Pfad in Neckargemünd schafft einen spannenden und informativen Themenbogen. So werden zunächst historische Hochwasserextreme vorgestellt (z.B. 1789, 1824 oder 1882) – um nur einige der stadtgeschichtlich dokumentierten Ereignisse zu nennen – während derer der Neckar auf gewaltige Pegelstände anschwoll. Im Jahr 1824 schwappte eine Neckarflut sogar über den Hanfmarkt, wie bislang schon eine Hochwassermarke zeigt und ab jetzt eine der Info-Tafeln des Themenwegs erläutert. Doch nicht nur in der Vergangenheit, auch heute noch muss – selbst im stauregulierten Neckar – mit extremem Hochwasser gerechnet werden, wie die Jahre 1993 und 1994 vor Augen führten. Nicht nur der Neckar, auch die Elsenz brachte zu manchen Zeiten unvergessene Wasserhochstände.

Ursachen, Schutzmaßnahmen, Risikomanagement und Renaturierung

Für die betroffenen Anwohner am Neckar und an der Elsenz sind Überschwemmungen leidvoll und verursachen manchmal große Schäden. Und doch sind starke Neckarhochwasser auch eindrucksvolle Ereignisse, für alle, die sie in unserer Stadt am Fluss erleben oder sich an diese erinnern. Diese zweischneidige Faszination greift der Hochwasser-Pfad auf und thematisiert Ursachen und mögliche Schutzmaßnahmen bis hin zu Risikomanagement und Renaturierung. Damit präsentiert der Neckargemünder Hochwasser-Pfad ein regionalspezifisches Naturphänomen in enger Verbindung mit Land und Leuten und bereichert damit zukünftig das kulturelle Angebot Neckargemünds für Einheimische und Touristen.

Hintergrund-Info

Der Geopfad wurde mit Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg, der Glücksspirale und der Europäischen Union von der Stadt Neckargemünd in Kooperation mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald eingerichtet. Idee und fachliche Bearbeitung stammen von dem Geographen Michael Hahl. Viele Bürgerinnen und Bürger haben private Fotos und Erinnerungen zur Verfügung gestellt und damit die Dokumente des Stadtarchivs ergänzt.