Neues Buch soll Patienten und Angehörigen Mut machen


Bauchschmerzen und Durchfall sind typische Symptome, nicht selten begleitet von Fieber, Gewichtsverlust, Übelkeit oder Erbrechen. Viele Patienten erleben diese Krankheit, die gewöhnlich in Schüben auftritt, recht unterschiedlich. Im Blickpunkt steht hier Morbus Crohn (MC), eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt (bevorzugt im unteren Dünn- sowie im Dickdarm) auftreten kann. Die Krankheit (lat. = Morbus) wurde nach dem New Yorker Magen- und Darmspezialisten Burrill B. Crohn benannt, der das Krankheitsbild 1932 beschrieben hat.
Allein in der Bundesrepublik Deutschland leiden derzeit rund 200.000 Menschen an MC. Die Zahl der Erkrankungen hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Meist erkranken jüngere Menschen zwischen dem 18. und 38. Lebensjahr, aber auch Kinder sind immer stärker davon betroffen. MC stellt für die Patienten (und Angehörigen) oftmals eine enorme Belastung dar, die die Lebensqualität stark vermindert. Zumal im Rahmen des MC auch noch verschiedene andere Erkrankungen wie z.B. Gelenkentzündungen oder Hauterkrankungen auftreten können.

Bei der Krankheitsentstehung spielen mehrere Faktoren eine Rolle

Sowohl die genauen Ursachen als auch die Krankheitsentstehung bzw. -entwicklung sind bis heute ungeklärt. Bekannt sind hingegen einige Faktoren, die bei der Entstehung von Bedeutung sind: 1.) MC wird als Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut klassifiziert, wobei hier inzwischen allerdings ein Umdenken eingesetzt hat: Denn ein jüngerer Forschungsbericht sieht MC nicht mehr als Autoimmunerkrankung an, demzufolge sei vielmehr ein Versagen der angeborenen Abwehr gegen Darmbakterien der Krankheitsauslöser – die chronische Entzündung folglich als Reaktion und Antwort auf diese Abwehrschwäche zu verstehen. 2.) Es besteht möglicherweise eine erbliche Veranlagung für die Krankheit. 3.) Raucher tragen ein höheres Erkrankungsrisiko. Und: 4.) Vieles deutet darauf hin, dass zumindest bei einem Teil der Betroffenen die Barriere zwischen dem Darmlumen und dem Organismus defekt ist.

Weitere mögliche Ursachen liegen eventuell in übermäßiger Hygiene. Einer anderen Hypothese zufolge könnte das zunehmende Ausgesetztsein gegenüber Detergenzien wie Seifen, Weichmachern oder Emulgatoren dazu beitragen, die Barrierefunktion der Darmwand zu schädigen. Ebenso wird angenommen, dass bei MC auch psychosozialer Stress zu einer Fehlregulation der Immunantwort und (bei entsprechender Veranlagung) zur Krankheitsaktivierung führt. Mittlerweile hat auch eine Studie erstmalig den Zusammenhang zwischen einer Virusinfektion und MC hergestellt.

Bei MC handelt es sich um eine chronische Erkrankung mit hoher Wiederauftrittsrate. Daran konnte bislang auch die Entwicklung von neuen Medikamenten wenig ändern. Doch der Stempel ‚unheilbar’ muss nicht immer zwangsläufig bedeuten, dass nun tatsächlich keine Heilungschance mehr besteht. Und genau davon handelt ein erstmals erschienenes Buch für Patienten und Angehörige:

Das Mut-mach-Buch

Denn Ende 2010 ist bei PVH das Buch „Keine Angst vor Morbus Crohn“ erschienen. Der Autor (als selbst Betroffener) musste über Jahre hinweg unter schweren Krankheitsvorzeichen bzw. -schüben leiden und zahlreichen Medizinern die Tür einrennen, bis auch bei ihm (1985) die Diagnose MC gestellt wurde. Dies brachte sein Leben gehörig durcheinander. Der erste Teil dieses außergewöhnlichen Buches erzählt die Geschichte seiner Erkrankung – und Gesundung. Mit seinem authentischen Erfahrungsbericht möchte er Erkrankte ermutigen, ihren jeweils ganz eigenen Weg aus der gesundheitlichen Krise zu suchen. Denn wenn auch heute noch niemand Patentrezepte zur Heilung dieser Krankheit hat, so gibt es dennoch Wege zur Gesundheit. Wie der Autor diese in seinem persönlichen Fall gefunden hat, ist Botschaft seines Buches. Sein Fazit u.a.: Man darf – allen Umständen zum Trotz – niemals aufgeben! Alle seine Anstrengungen haben sich gelohnt: Seit über 20 Jahren lebt er wieder vollkommen beschwerdefrei!

Der sachkundige zweite Teil beinhaltet vielfältige Informationen über den aktuellen Stand der Forschungsarbeiten und der medizinischen Behandlungsmethoden: leicht verständlich, stets übersichtlich und kompakt.

[box style=“rounded“ border=“full“]Buch-Tipp: Johannes Hohl, Keine Angst vor Morbus Crohn (siehe Kasten rechts!)[/box]