Heidelberg Informationsveranstaltung Mobilitätsnetz

Bürgerinformationsveranstaltung Mobilitätsnetz in Heidelberg am 26. September 2012. Foto: Gómez / Stadt Heidelberg

(pm). Mit dem Mobilitätsnetz möchten Stadt Heidelberg und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) das Netz des öffentlichen Nahverkehrs umfassend ausbauen. Ein ambitioniertes Projekt, bei dem bis 2019 knapp zehn Kilometer Straßenbahnschienen neu bzw. umgebaut werden. Insgesamt geht es um Investitionen von über 130 Millionen Euro. Mit einer Informationsveranstaltung begann am 26. September 2012 die Bürgerbeteiligung für das Vorhaben. „Wir haben mit dem Mobilitätsnetz ein ehrgeiziges Programm aufgelegt, das wir nur umsetzen können, wenn alle an einem Strang ziehen. Der Gemeinderat steht hinter dem Vorhaben und hat es einstimmig beschlossen. Wichtig ist, dass wir auch die Bürgerinnen und Bürger intensiv mit einbeziehen, größtmögliche Transparenz schaffen und eine Diskussion in der Öffentlichkeit anstoßen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner vor den rund 100 Bürgerinnen und Bürgern, die zur Infoveranstaltung gekommen waren.

Das Mobilitätsnetz besteht aus mehreren Bausteinen zum Ausbau der Straßenbahninfrastruktur. Ziel ist es, die Straßenbahn zum Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Heidelberg auszubauen und sinnvoll durch Busse zu ergänzen. „Mit der Umsetzung des Mobilitätsnetzes können wir Komfort und Effizienz des Heidelberger Nahverkehrs deutlich steigern – und vor allem auch seine Attraktivität. Unseren Prognosen zufolge gewinnen wir durch den Ausbau unseres Schienennetzes 10.000 Fahrgäste pro Tag dazu“, führte Martin in der Beek, Geschäftsführer der RNV, aus. Heute nutzen täglich rund 130.000 Fahrgäste in Heidelberg die Busse und Bahnen der RNV.

Bausteine des Mobilitätsnetzes

Das Mobilitätsnetz besteht aus mehreren Teilprojekten, deren Planung unterschiedlich weit fortgeschritten ist:

  • Neubau der Straßenbahn „Im Neuenheimer Feld“: Das Neuenheimer Feld soll durch eine 2,5 Kilometer lange neue Trasse erschlossen werden. Derzeit verkehren dort Busse, die vor allem in Spitzenzeiten an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen sind.
  • Umbau der Haltestelle am Hauptbahnhof (Nord): Die Haltestelle für Straßenbahnen und Busse (Stadt- und Überlandbusse) soll direkt an den Ausgang des Hauptbahnhofs verlegt werden, so dass keine Querung der Straße mehr erforderlich ist.
  • Umbau der Kurfürstenanlage: Die bestehende Trasse durch die Kurfürstenanlage soll optimiert werden, insbesondere wegen des Neubaus des Justizzentrums und der neuen Streckenführung am Hauptbahnhof. Wie der neue Trassenverlauf in der westlichen Kurfürstenanlage genau aussehen wird, untersucht derzeit ein Gutachter. Die östliche Kurfürstenanlage hingegen ist in ihrer Querschnittsgestaltung definiert. Beide Abschnitte haben gemeinsam, dass die Straßenbahn- und Busführung zusammengelegt wird und dass alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden.
  • Neubau einer Trasse in die Altstadt: Der Heidelberger Gemeinderat hat beschlossen, dass die Altstadt mit einer Straßenbahn erschlossen werden soll. Wo genau diese verläuft, ob in der Friedrich-Ebert-Anlage oder am Neckarufer, wird derzeit untersucht.
  • Neubau einer Trasse in die Bahnstadt: In den Planungen der Bahnstadt ist eine Straßenbahntrasse bereits fest verankert. Diese soll mit zwei Straßenbahnlinien den neuen Stadtteil an das Gesamtnetz anbinden.  Gleichzeitig wird damit auch eine Haltestelle am Südausgang des Hauptbahnhofs realisiert, so dass künftig alle Straßenbahnen eine Anbindung an den Hauptbahnhof erhalten.
  • Umbau der Straßenbahn im Pfaffengrund: Die Schienen entlang der Eppelheimer Straße sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Dieser Umbau soll dazu genutzt werden, die Trasse neu zu ordnen und alle Haltestellen barrierefrei auszubauen.
  • Ausbau nach Schwetzingen: Die RNV plant mit den Umlandgemeinden eine Verlängerung der Straßenbahn von Eppelheim über Planckstadt nach Schwetzingen.

Stadt und RNV möchten das Gesamtprojekt mithilfe von Bundes- und Landesfördermitteln realisieren. Vorteil ist, dass diese mit insgesamt 80 Prozent höher ausfallen als Projekte, die nur über Landeszuschüsse finanziert werden. Zudem werden sie ohne Zeitverzug ausgezahlt. Das Bundesförderprogramm läuft allerdings 2019 aus, d.h. bis dahin müssen die Projekte umgesetzt sein.

Intensiver Bürgerdialog geplant

Die Planung der Teilprojekte wird begleitet von einem intensiven Bürgerdialog. So sind zu jedem Teilprojekt Informations- und Beteiligungsveranstaltungen geplant. Auf der neu gestalteten Internetseite (s.u.) gibt es umfassende Informationen zum Mobilitätsnetz. Die Informationen für einige Teilprojekte sind noch im Aufbau. Dort können Interessierte auch Fragen an Stadt und RNV stellen, sowie sich Pläne und alle Unterlagen der Informationsveranstaltung ansehen.

www.mobinetz-hd.de