Feldhamster

Feldhamster. Foto: Thomas Tröster

Rotbraunes Fell, schwarze Knopfaugen und gleichzeitig extrem gefährdet: Für den Feldhamster, das Wildtier des Jahres 2016, engagiert sich die Stadt Mannheim seit 2001 mit einem eigenen Artenhilfsprogramm. „Feldhamster sind vom Aussterben bedroht und deshalb streng geschützt“, betont Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala bei der Auswilderung von sieben Feldhamstern im Bösfeld, das zwischen der SAP-Arena und der Hochstätt liegt. „Um den gefährdeten Bestand zu erhalten, hat die Stadt Mannheim seit 2007 über 1.000 Feldhamster ausgewildert. Ziel ist es auf lange Sicht, wieder eine selbständig überlebensfähige Population des Wildtiers zu erreichen“, ergänzt die Dezernentin.

Landwirte bewirtschaften Felder feldhamsterfreundlich

Die Aufzucht und Aussiedlung der Feldhamster werden im Auftrag der Stadt von dem Biologen Dr. Ulrich Weinhold betreut. „Für das Überleben der Feldhamster in freier Natur ist ein Sichtschutz vor Feinden wie dem Fuchs oder Greifvögeln sehr wichtig. Gut geeignet ist der Anbau von Luzerne, einer Klee-Art: Sie wächst nicht nur blickdicht, sondern bietet den Feldhamstern auch Nahrung“, erklärt Weinhold.

Aus diesem Grund haben die Stadt Mannheim und das Land Baden-Württemberg mit örtlichen Landwirten Verträge geschlossen. Diese bewirtschaften etwa 53 Hektar Fläche feldhamstergerecht – das ist mehr als der Luisenpark mit 42 Hektar. So bleiben für die Feldhamster Getreidestreifen nach der Ernte stehen und auf Pflanzenschutzmittel wird komplett verzichtet. Für die Feldhamster sind ausreichend Nahrung, Sichtschutz und zusammenhängende Biotope überlebenswichtig.

Stadt setzt sich für dauerhaften Erhalt des Feldhamsters ein

Die Stadt Mannheim stellt derzeit rund 120.000 Euro pro Jahr für das Artenhilfsprogramm zur Verfügung. Das Land Baden-Württemberg ergänzt diese Summe seit 2011 im Rahmen eines landesweiten Feldhamster-Schutzprojekts jährlich um 44.000 Euro. Anlass für das Artenhilfsprogramm ist der Bau der SAP-Arena: Weil das Gelände bedeutsam für die Feldhamsterpopulation in Mannheim war, enthielt die Baugenehmigung die Auflage, dass die Stadt Mannheim dauerhaft für den Erhalt des Feldhamsters in Mannheim sorgen muss.

In nur noch zwei Regionen in Baden-Württemberg leben Feldhamster

Insgesamt werden 2016 70 Tiere ausgesetzt. Außer im Bösfeld leben die Mannheimer Feldhamster, die bis zu 35 Zentimeter groß werden, auch auf der Gemarkung Straßenheimer Hof, im Mühlfeld um das Maimarktgelände, in Seckenheim und in Suebenheim. Sie kommen in Baden-Württemberg, neben Mannheim, nur noch im Main-Tauber-Kreis vor. Weinhold schätzt, dass im Bösfeld etwa 80 Feldhamster leben – dank des Artenhilfsprogramms.

Weitere Informationen:
www.mannheim.de/feldhamster