Das Land Baden-Württemberg hat dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgeschlagen, Teile des Coleman-Geländes im Mannheimer Norden in das „Nationale Naturerbe“ aufzunehmen. Darüber wurde die Stadt Mannheim informiert. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte im September 2014 angekündigt, auf einer Fläche von 79 Hektar des ehemaligen US-Militärgeländes ein Naturschutzgebiet einzurichten. Bei der Aufnahme ins Nationale Naturerbe würde der Bund die Fläche anders als bei einem normalen Naturschutzgebiet kostenfrei zur Verfügung stellen.

Einklang von Naturschutz und Stadtentwicklung

Ziel der Stadt Mannheim ist es, Naturschutz und Stadtentwicklung optimal miteinander in Einklang zu bringen. Der genaue Flächenzuschnitt für das geplante Naturschutzgebiet muss noch abgestimmt werden. Er wird sich aber in der vom Regierungspräsidium Karlsruhe vorgeschlagenen Größenordnung von rund 80 Hektar bewegen. Dieser fachlichen Ausweisung stimmt die Stadt zu, legt aber auch besonderen Wert darauf, dass eine festzulegende Gebietsabgrenzung mit den Kommunalen Gremien abgestimmt werden muss. Besondere Berücksichtigung werden bei der Flächenausgestaltung die im Rahmen der Coleman-Gespräche bereits intensiv mit der Bürgerschaft diskutierten Entwicklungsprojekte genießen. Darüber ist die Stadt sich auch mit dem Regierungspräsidium einig.

Überregionale Bedeutung der Artenvielfalt auf Coleman

„Die mögliche Aufnahme ins Nationale Naturerbe unterstreicht eindrucksvoll die überregionale Bedeutung der außergewöhnlichen Artenvielfalt, die auf Coleman anzutreffen ist“, betont Mannheims Umweltbürgermeisterin Kubala. Im Rahmen der Kartierung waren dort mehrere in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Vogel- und Insektenarten gefunden worden.

Vor einer endgültigen Beschlussfassung über den Flächenzuschnitt und einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium werden die zuständigen gemeinderätlichen Gremien das Thema beraten. Im Januar 2015 ist außerdem ein zweiter Coleman-Workshop geplant, mit dem die Bürgerbeteiligung fortgesetzt wird.