Aktuelle Luftmessungen der Feuerwehr Mannheim während des heutigen Großbrands in Ludwigshafen haben keine gefährlichen Schadstoffkonzentrationen ergeben. Die Messergebnisse blieben deutlich unter den Grenzwerten für Luftschadstoffe. Dennoch empfiehlt die Feuerwehr weiter, im gesamten Mannheimer Stadtgebiet vorsorglich, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Insbesondere in der näheren Nachbarschaft zu Ludwigshafen treten derzeit aufgrund des Brandes Geruchsbelästigungen auf. Auch hier wurden nach den Messungen der Feuerwehr keine Grenzwerte überschritten. Es sind weiter mehrere Fahrzeuge der Feuerwehr an verschiedenen Punkten des Stadtgebiets im Einsatz, um die Luftqualität zu überwachen.

Wie die Stadt Mannheim am Abend mitteilte, gehen aktuell im Mannheimer Stadtgebiet Rußflocken nieder. Dieser Niederschlag wird mit dem Fortgang der Löscharbeiten voraussichtlich zunehmen. Erste Untersuchungen der Feuerwehr zeigen, dass der Ruß nicht akut giftig ist. Dennoch soll der Kontakt mit den Flocken vermieden werden. Körperteile, die in Kontakt mit Ruß kommen, sollen mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Von Gegenständen kann der Ruß mit Wasser und üblichen Haushaltsreinigern entfernt werden. Kleidung sollte in der Waschmaschine, Autos in einer Autowaschanlage gereinigt werden. Obst und Gemüse, das eventuell mit Ruß in Kontakt gekommen sein kann, sollte vor dem Verzehr gründlich gewaschen und, wenn möglich, geschält werden.

Gefahrgut-Austritt im Rangierbahnhof

Ein weiteres Ereignis hat die Mannheimer Feuerwehr während des Großbrands in Ludwigshafen in Atem gehalten: Im Mannheimer Rangierbahnhof ist Essigsäure-Anhydrid aus einem Bahn-Kesselwagen ausgetreten. Die Berufsfeuerwehr Mannheim fing die austretende Säure auf und dichtete das Leck ab, aus dem ein etwa fingerdicker Strahl austrat. Bei Messungen in den angrenzenden Stadtteilen Hochstätt und Pfingstberg konnten keine Schadstoffe in der Luft nachgewiesen werden. Dennoch wurde vorsorglich der S-Bahn Haltepunkt „Seckenheim“ an der Kloppenheimer Brücke vorübergehend gesperrt. Dieser ist mittlerweile wieder freigegeben. Im Einsatz waren rund 20 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau – teilweise unter Vollschutz – sowie der Gefahrgutzug mit dem Mess-Gerätewagen.