Mannheim Morchhof

Foto: Stadt Mannheim

Seit Anfang 2013 präsentiert sich der Recyclinghof „Im Morchhof 37“ im Süden Mannheims mit neuem Look. In den letzten Jahren stieß der städtische Recyclinghof zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Mit der Einführung des Sperrmülls auf Abruf beschloss die Abfallwirtschaft Mannheim daher umfangreiche Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen, die nun abgeschlossen sind.

Bis zu 750 Kunden am Tag besuchen den Recyclinghof „Im Morchhof“ zu Spitzenzeiten. Hochsaison ist jetzt im Frühjahr, wenn Keller, Garagen und Höfe entrümpelt und Gärten und Hecken auf Vordermann gebracht werden. „Insbesondere an den Samstagen im Frühsommer herrscht hier Hochbetrieb und fast jeder Zweite bringt Grünschnitt mit. Obwohl wir auf Hochtouren arbeiten, muss da schon einmal mit Wartezeiten gerechnet werden, denn aus Sicherheitsgründen dürfen wir nur eine beschränkte Anzahl an Kunden auf einmal auf den Hof lassen,“ so Recyclinghofleiter Markus Brand. „Sicherheit geht vor“, bestätigt auch Dr. Stefan Klockow, Leiter der Abfallwirtschaft Mannheim. Daher sind auch ständig ausgebildete Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft vor Ort.

Mit der Umstellung des Sperrmüllsammelsystems wurde eine nochmalige Zunahme der Anlieferungen erwartet. Mit der Systemumstellung wurde auch eine Erweiterung des Recyclinghofes von 2.000 qm auf nunmehr 4.100 qm Fläche beschlossen. Der Eigenbetrieb freut sich, den Bürgern nun einen noch besseren Service anbieten zu können. Durch die Erhöhung der Anzahl der Containerstellplätze und der Erweiterung von zehn auf 25 Pressmulden wurde die Annahmekapazität mehr als verdoppelt. Eine kundenfreundliche, verkehrssichere Wegführung, übersichtliche Beschilderung und ein mobiles Kassensystem sorgen für eine reibungslose Annahme von Wertstoffen und Grünschnitt. Durch den Umbau verläuft der Verkehr in einem Einbahn-Rundverkehr. Hierdurch wird die Durchleitung der Kunden beschleunigt und die Verkehrssicherheit erhöht. Ein- und Ausfahrt wurden getrennt. Am Ausgang steht ein Münzstaubsauger zur Reinigung des Autos bereit. Ein großes, übersichtliches Preisschild am Eingang, ein überdachtes Kassenhäuschen und ein neues Kassensystem mit zwei mobilen Geräten erleichtern Erfassung und Abrechnung.

Die Abfallwirtschaft Mannheim legt besonderen Wert auf eine möglichst umweltfreundliche Entsorgung und Verwertung aller auf den Recyclinghöfen angelieferten Stoffe. Sie trägt damit zum nachhaltigen Umwelt- und Ressourcenschutz bei. „Wir suchen ständig nach neuen Verfahren und Möglichkeiten, um eine möglichst hohe Wiederverwertungsrate und -qualität der gesammelten Wertstoffe zu erreichen“, erklärt Dr. Klockow. Bei der Annahme trennt die Abfallwirtschaft Mannheim in ca. 20 Monofraktionen, um eine möglichst hochwertige stoffliche Verwertung zu ermöglichen. Werden Wertstoffgemische erfasst, müssen diese aufwändig sortiert werden oder es bleibt nur die ökologisch weniger hochwertige Verbrennung (energetische Verwertung). Beim Sperrmüll werden z.B. die einzelnen Fraktionen Metall, Holz und Restsperrmüll getrennt. Das Metall wird recycelt, Holz im Biomassekraftwerk der MVV energetisch verwertet und der Restsperrmüll geht in die Verbrennung im Müllheizkraftwerk Mannheim.

Auch Kunststoffe können nur durch Getrenntsammlung stofflich verwertet werden. Aus separat erfasstem, altem Kunststoff werden Regranulate für die kunststoffverarbeitende Industrie gewonnen, so dass daraus neue gleichwertige Produkte hergestellt werden können. Seit Februar 2012 läuft auf beiden Mannheimer Recyclinghöfen daher ein Modellversuch zur getrennten Sammlung hochwertiger Hartkunststoffe aus Polyethylen (keine Folien, kein PVC). In 2012 kamen 74 Tonnen (auf das Jahr hochgerechnet wären das 80 Tonnen) Material zusammen, das gegen Zahlung einer geringen Vergütung der hochwertigen stofflichen Verwertung durch einen privaten Entsorger zugeführt wird. Die Annahme dieser Kunststoffe ist für den Bürger kostenlos.

Weitere Informationen:
Kundencenter der Abfallwirtschaft Mannheim (Mo – Do 7.30 – 16.00, Fr 7.30 – 13.00 Uhr)
Telefon 06 21/2 93-70 00