Mannheim: Gefangen im Netz – Wenn Computerspiele und das Internet süchtig machen. ZI sucht Studienteilnehmer

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Mannheim: Gefangen im Netz – Wenn Computerspiele und das Internet süchtig machen. ZI sucht Studienteilnehmer

Aus dem Alltag der meisten Menschen ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Besonders Jugendliche verbringen aktuellen Umfragen zufolge immer mehr Zeit im World Wide Web. Aber wenn der Internetkonsum zum Hauptlebensinhalt wird, sprechen Fachleute vom „pathologischen Computerspiel- und Internetgebrauch“. In der Spezialambulanz für Glücksspiel- und Internetsucht am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim finden Betroffene seit März 2013 erstmals ein speziell zugeschnittenes Behandlungsangebot zur Therapie.

Unter „pathologischem Computerspiel- und Internetgebrauch“ wird ein wiederholt und exzessiv ausgeführtes Suchtverhalten verstanden, das im Laufe der Zeit zu einem automatisiert ablaufenden Handlungsmuster wird. Dieses ist von den Betroffenen im Hinblick auf Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Nutzung kaum noch willentlich steuerbar. Verschiedenen Studien zufolge sind bundesweit mehr als 15 Prozent der 14- bis 24-Jährigen davon betroffen. Besonders häufig werden hierbei Soziale Netzwerke und Online-Computerspiele exzessiv genutzt. Aufgrund der zunehmenden Zahl von problematischen und pathologischen Nutzern mehren sich die Fragen über die genaue Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Verhaltenssucht. Studien zufolge finden sich große Ähnlichkeiten zu substanzbezogenen Abhängigkeiten, wie etwa dem Alkoholismus. Darüber hinaus muss man sich auch die Frage stellen, wie gerade Jugendliche vor der Entwicklung eines exzessiven Gebrauchs von Computer und Internet stärker geschützt werden können.

Untersuchungen zur Persönlichkeit der abhängigen Nutzer zeigen, dass diese unter einer starken Unsicherheit leiden, wenn es um die Einschätzung der eigenen sozialen Kompetenzen geht. Sie nehmen sich oftmals selbst als sozial weniger beliebt und kompetent wahr. Daher könnte die Interaktion in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder die Konzeption eines Rollenspielcharakters, eines virtuellen Stellvertreters im Spiel (ein sogenannter Avatar), darauf ausgerichtet sein, die Schwierigkeit in der realen Kommunikation mit anderen Menschen virtuell zu kompensieren.

In der Spezialambulanz für Glücksspiel- und Internetsucht werden seit 2009 die verschiedensten Arten der Internetsucht behandelt. Eine im März 2013 gestartete Studie, die u.a. auch am ZI unter der Leitung von Dr. Tagrid Leménager durchgeführt wird, erforscht die Wirksamkeit einer speziell für die Computerspiel- und Internetsucht konzipierten Kurzzeitbehandlung, genannt STICA (= Short Term Treatment of Internet and Computergame Addiction). Die kognitiv-verhaltens-therapeutische Kurzzeittherapie dauert vier Monate und ist für die Teilnehmer kostenlos. Hauptziele sind die Abstinenz bzw. starke Reduzierung der Online-Zeiten vom problemauslösenden Internetinhalt und das Wiedererlernen alternativer Verhaltensweisen.

Für die Studie „STICA“ werden Männer im Alter von 17 – 55 Jahren gesucht, die ab Anfang Juni 2013 an der Kurzzeittherapie teilnehmen möchten. Interessenten können sich anmelden unter:

Telefon 06 21/17 03-39 17 oder

madlen.sell@zi-mannheim.de[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

By |Mittwoch, 10. April 2013|