Die Planungen der Stadt Mannheim zur Umlegung der Straße „Am Aubuckel“ für die geplante Bundesgartenschau (BUGA) 2023 werden vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, scharf kritisiert. Aus Sicht des BUND vergibt die Stadt die Chance, ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept für die gesamte Stadt aufzustellen. Zudem würden Auswirkungen auf den Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr nicht eingehend untersucht. Aus Sicht des BUND ist zudem bei allen angedachten Varianten eine Umweltverträglichkeitsprüfung dringend nötig.

Umweltverträglichkeitsprüfung und gegebenenfalls Ausgleichsmaßnahmen dringend geboten

„Es ist unverständlich, warum die Auswirkungen auf den Radverkehr und die Folgen für die betroffenen Straßenbahn- und Buslinien nicht eingehend untersucht wurden. Zudem hätte man Lösungen für den gesamten Großraum Mannheim und nicht für drei Stadtteile erarbeiten sollen. Mit zukunftsweisender Mobilität hat das nichts zu tun“, sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer des BUND. „In Anbetracht der offenen Fragen ist zudem zu befürchten, dass die Kosten für die Straßenverlegung von derzeit 16 Millionen Euro weiter steigen werden. Wir befürchten bei beiden Varianten starke Auswirkungen auf die Natur, so dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung und gegebenenfalls Ausgleichsmaßnahmen dringend geboten sind“, so Staufenberg weiter.

Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Mannheimer Gemeinderates berät heute, 21. Oktober 2014, über die Varianten zur Umlegung der Straße „Am Aubuckel“. Diese Umlegung wäre nötig, um die geplante BUGA im Jahr 2023 umzusetzen. Nach Angaben des BUND liegt dem AUT dabei ein Gutachten vor, das die beiden Varianten „Riedbahnparallele“ und „Dudenstraße“ näher betrachtet. Die Verwaltung bevorzuge dabei laut Beschlussvorlage die Variante „Riedbahnparallele“, obwohl diese nach den Leistungsberechnungen der Verkehrsgutachter staugefährdete Kreuzungen beinhalten würde. Der Fahrradverkehr in der Feudenheimer Straße, so der BUND, würde bei dieser Variante durch die neue Kreuzung und die veränderten Ampelschaltungen behindert.

Die Entwicklung des Spinelli-Kasernengeländes zu einer naturnahen Grünfläche findet die ausdrückliche Unterstützung des BUND. Dieses jedoch mit der Zerstörung von bestehenden Grünflächen der Kleingärten und des Schützenvereins zu erkaufen und eine Straßenstilllegung mit dem Bau einer etwa doppelt so langen Straße zu verbinden, sei mit nachhaltiger, zukunftsfähiger Verkehrsplanung nicht zu vereinbaren.