Ab Mitte Februar entfernt der städtische Fachbereich Grünflächen und Umwelt wild gewachsene Robinien am Trockenbiotop „Bell“ im Bürgerpark Feudenheim. Das als Naturdenkmal unter Schutz stehende Trockenbiotop befindet sich auf einer ca. 2.000 Quadratmeter großen Sanddüne, die weitgehend naturbelassen ist. Dort hat sich eine so genannte Sandrasenvegetation entwickelt, die Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten ist. Die wild wachsenden Robinien breiten sich in dem Trockenbiotop aus und bedrohen es, weil sie den natürlich nährstoffarmen Boden mit Stickstoff anreichern. So wandern weitere Pflanzen in das Trockenbiotop ein und verdrängen die für das Biotop typischen, spezialisierten Gewächse. Daher werden nun die wild gewachsenen Robinien entfernt und der darunter liegende Sand freigelegt. So können sich die spezialisierten Pflanzen des geschützten Biotops wieder auf ihrem ursprünglichen Areal ausbreiten.

Hintergrundinformation

Das Flugsandgelände „Bell“ zeichnet sich durch ökologische Extrembedingungen aus: Trockenheit, Nährstoffarmut und tägliche Temperaturschwankungen von bis zu 50 Grad (mit sommerlichen Oberflächentemperaturen bis zu 70 Grad) prägen diesen extremen Standort, an den sich Flora und Fauna entsprechend angepasst haben. Auf der Bell kommen vor allem Pflanzen und Tiere vor, die aus dem Mittelmeergebiet oder aus den Steppengebieten Osteuropas eingewandert sind. Viele der in der Bell vorhandenen Pflanzenarten sind sehr genügsam, haben starke Behaarung, besitzen Wachsschichten auf den Blättern, ein extrem tief reichendes oder sehr flaches Wurzelsystem oder sind Schmarotzer. Die Sanddüne zeichnet sich außerdem durch eine große Artenvielfalt bei Insekten aus. Dort kommen neben Sand- und Seidenbienen noch neun weitere Arten geschützter und seltener Insekten vor. Erläuterungen über die „Bell“ sind auch vor Ort an einer Informationstafel zu finden.