Mannheim: neues Studienangebot der Dualen Hochschule BW: Angewandte Gesundheitswissenschaften

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Mannheim: neues Studienangebot der Dualen Hochschule BW: Angewandte Gesundheitswissenschaften

Mannheim DHBW Gesundheitswissenschaften

Prof. Dr. Rainer Beedgen, Dipl.-Kff. Abir Giacaman, Regina Hertlein, Uwe Stein, Prof. Dr. Björn Maier und Ursula Koch. Foto: Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik

(pm). Die demografische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland weist eindeutig den Weg in eine Unterversorgung im Bereich Gesundheitswesen. Laut Statistischem Bundesamt werden spätestens 2025 etwa 150.000 Beschäftige im Pflegebereich fehlen, da der Bedarf an Pflegekräften angesichts der stark zunehmenden Zahl an älteren, kränkeren und damit pflegebedürftigen Menschen kontinuierlich ansteigt. Genau hier setzt das neue Studienangebot „Angewandte Gesundheitswissenschaften“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim an und hat gleichzeitig ein brandaktuelles Thema im Fokus: die Akademisierung der Pflegeberufe und die Weiterbildung von Kranken- und Altenpflegern. Das neue Studienmodell startet bereits zum 1. Oktober 2012 in Kooperation mit den beiden Dualen Partnern Caritasverband Mannheim e.V. und Theresienkrankenhaus und St. Hedwig Klinik GmbH sowie der Vinzenz-von-Paul-Pflegeschule.

Eigentlich muss man kein Experte sein, um die Prognose des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen zu können. Unsere Gesellschaft überaltert. Doch nicht nur die demografische Entwicklung und die damit verbundene steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen, lässt den Bedarf an adäquat ausgebildetem Personal enorm anwachsen, auch der technologische Fortschritt trägt mit zunehmend komplexeren Anforderungen dazu bei. Als logische Folge gewinnt der Gesundheitssektor als Wirtschaftsfaktor in Deutschland stetig an Bedeutung, so dass die Nachfrage nicht nur nach Pflegepersonal ansteigt, sondern auch nach akademisch ausgebildeten Nachwuchskräften.

Die Gesundheitswirtschaft ist eines der wichtigsten Wachstumsfelder

Diese Entwicklung zeichnet sich auch an der DHBW ab, denn schon seit einiger Zeit ist die Gesundheitswirtschaft auch hier eines der wichtigsten Wachstumsfelder. „Bereits seit längerem beobachten wir die Veränderungen auf dem Gesundheitssektor und registrieren verstärkt Nachfragen von Seiten unserer Dualen Partner nach adäquaten Studienangeboten“, bestätigt Prof. Rainer Beedgen, Prorektor und Dekan der Fakultät Wirtschaft der DHBW Mannheim. „Daher folgen wir strategisch konsequent einer unserer Stärken, nämlich dort Bildungsangebote zu schaffen, wo der Bedarf aus der Praxis am Größten ist.“

Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Mannheim begründet die Kooperation am neuen Studienkonzept ebenfalls mit dem steigenden Personalbedarf. „Das Angebot ist ein weiterer Baustein in unserem Bemühen, bestqualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Damit möchten wir verstärkt auch die Gruppe der Abiturienten ansprechen und für einen Beruf begeistern, in dem man nicht nur mit Technik zu tun hat, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht, und der den Mitarbeitern sehr viel Selbstbestätigung für ihr Tun zurückgibt.“

Ziel ist es, höher qualifizierte Jugendliche anzusprechen

Eine ganz ähnliche Intention verfolgt auch die Theresienkrankenhaus und St. Hedwig Klinik GmbH. „Unser Ziel ist es, höher qualifizierte Jugendliche anzusprechen, diese für den Bereich der Pflege zu begeistern und ihnen eine viel versprechende Perspektive zu bieten“, erläutert Dipl.-Kff. Abir Giacaman, Geschäftsführerin der Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik GmbH. Die Leiterin der Vinzenz-von-Paul-Schule, Ursula Koch, ergänzt: „Wir sind sehr froh, dass wir mit der DHBW einen zuverlässigen Partner gefunden haben. Nach Prüfung von mehreren Studienangeboten in der Metropolregion entspricht das Angebot der DHBW Mannheim unseren Wünschen am besten.“

Ab Herbst 2012 trägt die DHBW Mannheim dem dringenden Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs mit Einrichtung der Studienrichtung Angewandte Gesundheitswissenschaften Rechnung. Das Besondere am neuen Studienangebot ist die Verknüpfung der Vorteile eines Dualen Studiums mit der Ausbildung zum examinierten Pfleger. „Wir folgen bewusst einem innovativen Ansatz, die Formel heißt hier: drei plus eins“, so Prof. Björn Maier, Studiendekan im Bereich Gesundheitsmanagement. „Die jungen Menschen starten im ersten Studienjahr zunächst ihre Ausbildung in der Einrichtung und in der Pflegeschule. Ab dem zweiten Jahr beginnt parallel das duale Studium. Die Studierenden werden dann in den Studienbetrieb integriert und besuchen während der Praxisphasen weiterhin die Pflegeschule bzw. durchlaufen die Ausbildung beim Dualen Partner, so dass sich eine Gesamtstudiendauer von vier Jahren ergibt“, so Prof. Maier. Dabei kombiniert das Studium grundständige Studienfächer der Gesundheit und Pflege mit Modulen der Betriebs- und speziellen Gesundheitswirtschaft.

Die akademische Ausbildung

Im Rahmen der akademischen Ausbildung wird besonderer Wert auf Zusammenhänge gelegt; Querschnittsaufgaben wie Projekt- oder Qualitätsmanagement stehen auf dem Lehrplan. Prozesse und Abläufe in den Einrichtungen sollen verstanden, hinterfragt und analysiert werden. „Daneben sind natürlich auch die grundlegenden ökonomischen Zusammenhänge wichtig, sowohl aus betriebswirtschaftlicher, aber natürlich auch aus gesundheitsökonomischer Sicht“, so Prof. Maier. Neben Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre werden daher auch Fächer wie Public Health oder Epidemiologie gelehrt.

Den Praxisteil ihrer Ausbildung absolvieren die Studierenden im Theresienkrankenhaus (Gesundheits- und Krankenpfleger) bzw. in den Pflegeheimen und Sozialstationen des Caritasverbands Mannheim (Altenpfleger). Hier erhalten sie frühzeitig grundlegende Kenntnisse über alle fachlichen Aspekte rund um das Thema Pflege sowie im Projekt- und Prozessmanagement, die später im beruflichen Alltag bei den Einrichtungen vor allem auf den Gebieten Qualitäts- aber auch Hygienemanagement von Bedeutung sind.

Absolventen steht auch der Weg in die Führungsetage offen

Die Absolventen können unmittelbar nach dem Studium auf dem Gebiet der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden; verfügen aber dank der Kombination mit einem dualen Studium auch über Kenntnisse und Fähigkeiten, um übergeordnete Aufgaben im Kontext betriebswirtschaftlicher, rechtlicher und IT-bezogener Fragestellungen zu übernehmen. Sie stellen somit eine wichtige Verbindung zwischen Pflegepersonal und Management dar. „Denn die Pflege wird sich weiter ausdifferenzieren”, erklärt Regina Hertlein. Perspektivisch steht den Absolventen durchaus auch der Weg in die Führungsetage offen.

Zulassungsvoraussetzungen für den ersten ausbildungsintegrierten Studiengang an der DHBW Mannheim sind die allgemeine Hochschulreife bzw. die fachgebundene Hochschulreife mit Zusatzprüfung, sowie ein Ausbildungsvertrag mit einem Dualen Partner, so wie es für alle Studierende an der DHBW gilt. Die Studierenden legen nach dem dritten Jahr das Examen als Altenpfleger oder als Gesundheits- und Krankenpfleger ab, ein Jahr später wird dann im Erfolgsfall der Titel Bachelor of Arts verliehen. Das neue Studienangebot bietet sehr gute Perspektiven für eine spätere Tätigkeit an der Schnittstelle Pflege und Management. Bereits zum 1. Oktober 2012 startet ein erster Kurs, bei dem noch einige Plätze frei sind. Interessierte bewerben sich direkt bei den Dualen Partnern Caritasverband e.V. oder der Vinzenz-von-Paul-Schule.

By |Donnerstag, 5. Juli 2012|