Die Kreisverwaltung Germersheim erhält vom Bund eine Förderung zur Erstellung eines Konzeptes „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften“. 70 Prozent der Erstellungskosten werden von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bezuschusst. Die Kosten für das Konzept belaufen sich auf voraussichtlich 30.000 – 40.000 Euro.

18 kreiseigene Gebäude werden untersucht

In dem Konzept werden 18 kreiseigene Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von über 100.000 m² untersucht. Der Jahresenergieverbrauch dieser Gebäude liegt bei über 1,1 Millionen kWh Strom und ca. 9,8 Millionen kWh Wärme. „Wir sprechen hier von jährlichen Energiekosten in Höhe von über 1 Million Euro“, rechnet Landrat Dr. Fritz Brechtel vor. „Die Erstellung des Konzeptes lohnt sich bei dieser Dimension bereits aufgrund der möglichen Einsparungen durch Steuerung und Kontrolle der Verbräuche. Wir setzen also das bisherige Engagement der Kreisverwaltung in Sachen Energiesparen sinnvoll fort.“ Diese Arbeit wird gemeinsam mit der seit September für Klimaschutz zuständigen Beigeordneten, Jutta Wegmann, fortgeführt. „Wir wollen Klimaschutz mit Hilfe dieses Konzeptes planvoll und effizient umsetzen. Damit leisten wir als Kommune eine Pionierarbeit, die sich in mehrfacher Hinsicht lohnt“, sagt die Kreisbeigeordnete.

Gefördert werden drei Bausteine

Allein durch die Steuerung und Kontrolle der Energieverbräuche innerhalb eines Energiemanagements sind Energie- und Kosteneinsparung von bis zu 20 Prozent möglich. „Doch inhaltlich geht das Konzept deutlich über ein Energiemanagement hinaus“, so Brechtel. Gefördert werden drei Bausteine:

  • Baustein 1 schafft die Grundlagen für den Aufbau eines Energiemanagements in eigenen Liegenschaften. Darauf aufbauend werden ein Organisations- sowie ein Controlling-Konzept erarbeitet. Hierin werden alle 18 gemeldeten Gebäude einbezogen.
  • Baustein 2 umfasst eine Gebäudebewertung und gibt einen Überblick über den Zustand der Gebäude. Sie macht deutlich, bei welchen Liegenschaften dringender Handlungsbedarf besteht und enthält eine Schätzung der Investitionskosten. Daraus wird eine Prioritätenliste abgeleitet, welche Klimaschutzmaßnahmen technisch und wirtschaftlich am effektivsten umzusetzen sind. Dieser Baustein wird für zehn Gebäude erarbeitet.
  • Baustein 3 ermöglicht eine Feinanalyse von Gebäuden unter Ableitung konkreter Sanierungsempfehlungen. Untersucht werden Gebäude, die in den nächsten fünf Jahren saniert werden sollen. Da die Untersuchung aufwändiger ist, ist die Anzahl der förderfähigen Gebäude auf maximal 15 Prozent der gemeldeten Gebäude begrenzt (im Landkreis Germersheim: drei Gebäude).

Konzepterarbeitung bis Ende 2015

Der Kreisverwaltung hatte auf Initiative der Kreisentwicklungsplanung bereits im April den Antrag zur Förderung eines solchen Konzeptes im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMUB auf den Weg gebracht. Jetzt ist die Förderzusage da. Die Konzepterarbeitung muss bis Ende 2015 abgeschlossen sein. „Dann geht es darum, möglichst schnell Erkenntnisse aus dem Konzept abzuleiten und umzusetzen“, führt der Landrat weiter aus; „Jede eingesparte Kilowattstunde Strom, Gas oder Öl entlastet unser Klima und unseren Haushalt.“

Weitere mögliche Perspektiven

Die Nationale Klimaschutzinitiative zeigt dem Kreis nach Vorliegen des Konzeptes weitere mögliche Perspektiven auf: Sie bezuschusst die Stelle eines Klimaschutzmanagers für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren mit 65 – 85 Prozent. Ebenso bietet das Konzept Zugang zu Förderprogrammen, die für bestimmte Maßnahmen Investitionskostenzuschüsse bis zu 30 Prozent bieten.