EWL Entsorgungszentrum Landau

Sylvia Rocker sorgt im EWL-Entsorgungszentrum in Landau-Mörlheim dafür, dass der Abfall richtig weiter verwertet wird. Foto: Stadt Landau

(pm). Wenn Sylvia Rocker gegen 7.00 Uhr morgens zur Arbeit kommt, ist noch alles ruhig. Das hält an den meisten Tagen lediglich an bis halb acht. „Ab dann ist hier richtig was los“, sagt die 45-Jährige. Sie arbeitet im Entsorgungszentrum Am Hölzel in Landau-Mörlheim. Hier sorgt der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) dafür, dass Abfall, den Landauer Bürger hier abgeben, umweltgerecht entsorgt und Wertstoffe in die Wiederverwertung zurückfließen. Etwa 25.000 Mal pro Jahr stehen Sylvia Rocker und ihre fünf Kollegen im Schichtdienst im Entsorgungszentrum an der Kontrollwaage und damit im direkten Kundenkontakt.

Fachgerechte Entsorgung ist direkter Umweltschutz

„Kommt ein Kunde vorgefahren, schauen wir zuerst, was er bei uns entsorgen will“, erklärt Sylvia Rocker das Prozedere. Ihr Kollege Timo Vondersand ergänzt: „Wir können zwar fast alles annehmen, aber eben nicht alles.“ Elektroschrott, Grünschnitt, Bauschutt, alte Sofas und Gartenstühle – für fast alles gibt es den richtigen Sammelcontainer im Entsorgungszentrum. Die Mitarbeiter entscheiden bei der Einfahrt, wohin die jeweilige Ladung kommt. Gewogen wird das Auto bei der Einfahrt und beim Verlassen des Entsorgungszentrums, um das Gewicht der jeweiligen Anlieferung zu erfassen. „Fachgerechte Entsorgung ist direkter Umweltschutz und schont knappe Ressourcen“, sagt Matthias Bauer, Leiter Abfallwirtschaft beim EWL. „Das Abfall- und Wertstoff-Management erfordert fundiertes Fachwissen. Dafür brauchen wir aber nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte, sondern auch viel Platz für die Zwischenlagerung sowie eine effiziente Verwaltung.“

Die Entsorgung von ausgedienten Elektrogeräten ist gebührenfrei möglich. Somit können Bürger z.B. Fernseher, Waschmaschine, Computer, Bügeleisen, Elektro-Rasierer bzw. -Zahnbürste, Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen kostenlos abgeben. Ebenfalls kostenlos ist für Landauer Bürger die Entsorgung sperriger Einrichtungsgegenstände: Möbel aus Holz wie z.B. Tische, Stühle, Schränke oder Betten kommen in einen der Holzcontainer; Einrichtungsgegenstände aus anderen Materialen wie Couch, Matratzen, Teppiche, Fahrräder und Bürostühle gehen entweder ins Recycling und somit zurück in den Stoffkreislauf oder werden im Müllheizkraftwerk Pirmasens zur Energiegewinnung eingesetzt.

Manchen Kunden sind Aufwand und Kosten einer fachgerechten Problemstoff-Entsorgung nicht bewusst

Extra kostet dagegen die Abgabe von Stoffen, die nicht zum Sperrabfall zählen und speziell entsorgt werden müssen. „Holzgegenstände, die durch Lacke und andere Oberflächenbehandlungen stark belastet sind wie Türen, Fenster und Zäune, werden getrennt vom übrigen Holz gesammelt und auch speziell entsorgt“, sagt Timo Vondersand. „Deshalb kostet ihre Entsorgung“. 77 Euro zahlt der EWL für eine Tonne. „Damit stellen wir sicher, dass der Abfall sorgsam und umweltschonend weiter verarbeitet wird“, ergänzt Timo Vondersand. Manchen Kunden sei der Aufwand und die Kosten einer fachgerechten Entsorgung von Problemstoffen nicht bewusst, meint er. „Wenn sie aber erst informiert sind, haben die meisten Verständnis, dass die Entsorgung solcher Güter extra bezahlt werden muss“, betont Sylvia Rocker. „Umweltschutz kostet nun mal viel Geld.“

Bereits heute werden im Entsorgungszentrum pro Jahr fast 2.000 Tonnen Altholz, 300 Tonnen Metall, 4.000 Tonnen Grünschnitt, 5 Tonnen Altreifen und 54.000 Tonnen Bauschutt angenommen. „Die Landauer sind sehr verantwortungsvoll im Umgang mit Gütern“, sagt Matthias Bauer weiter. Das belegen die jährlichen Abfallberichte des Landes, bei denen die Stadt Landau immer Spitzenplätze bei der Sammlungs- und Wiederverwertungsquote erzielt. „Es wird in Zukunft immer wichtiger, Abfall konsequent als Ressource zu nutzen“, meint Matthias Bauer. „Um kosteneffizient und umweltgerecht mit ihm umzugehen, braucht es nachhaltige Kreisläufe.“ Bereits heute wird der in Mörlheim angelieferte Bauschutt im Straßenbau weiterverwendet oder der Grünschnitt zu wertvollem Kompost oder Holzpellets weiterverarbeitet.