Von Montag bis Mittwoch (3. – 5. Juni 2013) sind Mitarbeiter vom Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH im Auftrag des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) im Landauer Stadtgebiet unterwegs. Sie nehmen den Inhalt etlicher Restabfallbehälter genauer unter die Lupe. Die Besitzer der untersuchten Tonnen bleiben anonym. Die Mitarbeiter des Instituts erstellen Mischproben nach Wohngebieten und untersuchen diese. Ein Rückschluss auf den Abfall einzelner Bürger ist nicht möglich. Der EWL will mit dieser Analyse herausfinden, wie viel Wertstoffe noch im Restabfall enthalten sind. Dieses Ergebnis liefert ihm wichtige Erkenntnisse über das jetzige Erfassungssystem für Wertstoffe und dient ihm als Basis für die konkrete Weiterentwicklung und Optimierung seines Systems.

„Wir wollen niemand kontrollieren“, betont Matthias Bauer, „es geht uns darum, unser System so weiterzuentwickeln, dass es für die Landauer Bürger noch komfortabler wird, Wertstoffe getrennt zu entsorgen, einfach weil diese zu wertvoll zum Verbrennen sind.“ Ressourcen – ob Metall, Kunststoffe oder seltene Erden wie in elektrischen Geräten enthalten – werden immer knapper. Deshalb sei es wichtig, sie dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen, erläutert der Experte und lobt die Landauer Bürger. Sie sind bereits sehr gut in der Abfalltrennung, wie die aktuelle Abfallbilanz des Landes Rheinland-Pfalz zeigt: Die Landauer Haushalte produzieren 112 Kilogramm Restabfall pro Einwohner und Jahr. Damit liegen sie 31 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Dafür liegt die Menge von Papier und Pappe, die über die Altpapiertonne in den Wertstoffkreislauf zurückgeht, 14 Prozent über dem Mittelwert des Landes Rheinland-Pfalz. „Es ist unser Bestreben, die Recyclingquote noch weiter zu erhöhen, auch deshalb, weil sie zur Stabilisierung der Gebühren beiträgt“, so der Bürgermeister und gleichzeitig Verwaltungsratsvorsitzender des EWL Thomas Hirsch, „und davon haben unsere Bürger ganz direkt etwas.“

Analysiert werden vom Witzenhausen-Institut insgesamt 24.000 Liter Abfall. Um ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu bekommen, werden Stichproben in folgenden Wohngebieten genommen: Wollmersheimer Höhe, Südstadt, Horstgebiet und Innenstadt. Dort kann sich an den drei Analysetagen der Abfuhrzeitpunkt des Restabfalls etwas verschieben, da die Stichproben vor der regulären Abfallsammlung entleert und zur Analyse abtransportiert werden. „Ein zusätzlicher Aufwand für die Bürger in den betroffenen Gebieten besteht nicht. Sie können ihre Tonnen wie gewohnt an die Straße stellen“, erklärt Matthias Bauer.

Der EWL will wissen, wie viel Wertstoffe nach Gruppen noch im Restabfall enthalten sind. Die Mitarbeiter des Witzenhausen-Institut erfassen deshalb Stoffe wie Metall, Glas, Pappe und Papier, Kartonagen, Leichtverpackungen, Kunststoffe, Sperrmüll, Holz, Bioabfälle, Textilien, Schadstoffe, Elektro- und Elektronikschrott. Um ein möglichst genaues Bild zu bekommen, gibt es im Herbst – also außerhalb der Vegetationsperiode – eine zweite Sortierkampagne; diese findet vom 18. – 20. November 2013 statt.

Die Mitarbeiter des Witzenhausen-Instituts können sich ausweisen. Wer also sichergehen will, dass es mit rechten Dingen zugeht, wenn sich jemand an seiner Tonne zu schaffen macht, kann sich den Ausweis zeigen lassen. Bei Fragen zur Aktion geben auch die Berater des EWL Auskunft. Diese sind erreichbar unter:
Telefon 0 63 41/13 86-43 oder
ew-landau@landau.de