Landau: Abfall- und Abwassergebühren 2014 weiterhin stabil. EWL investiert 3,2 Millionen Euro

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Landau: Abfall- und Abwassergebühren 2014 weiterhin stabil. EWL investiert 3,2 Millionen Euro

Die Gebühren für Abfall und Abwasser sowie für Straßenreinigung in Landau bleiben auch 2014 unverändert. Das hat der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) am 12. Dezember 2013 bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2014 mitgeteilt. Vorstand Bernhard Eck betonte jedoch: „Wir schaffen das trotz höherer Kosten für die Verbrennung des Restabfalls im Müllheizkraftwerk Pirmasens und dringend notwendiger Investitionen. Aber Luft ist da keine mehr drin.“ Möglich sei die Gebührenstabilität nur, weil sich das neue Abfallgebührensystem als richtig erwiesen habe und erste Erfolge zeige, die Landauer Bevölkerung vorbildlich Abfall trenne und der EWL seine Prozesse kontinuierlich optimiere.

„Der EWL arbeitet sehr effizient“, lobte Bürgermeister Thomas Hirsch in seiner Funktion als EWL-Verwaltungsratsvorsitzender und fügte an: „Er wirtschaftet weise und investiert seit Jahren konsequent in die Modernisierung seiner Anlagen und Netze, wobei immer die Energieeinsparung und der Umweltschutz im Fokus steht.“ Für 2014 hat der EWL Investitionen von rund 3,2 Millionen Euro geplant, die er aus eigenen Mitteln finanzieren will. Davon entfallen eine halbe Million Euro auf einen neuen Wertstoffhof in Landau-Mörlheim und rund 2,45 Millionen Euro für die Sparte Abwasserbeseitigung. Ein Großteil davon ist für die Kläranlage vorgesehen, deren grundlegende Modernisierung planmäßig fortgeführt wird. Der EWL prognostiziert für 2014 Erträge von 16,785 Millionen Euro (2013: 16,509 Millionen) und Aufwendungen von 16,725 Millionen Euro (Vorjahr: 16,339 Millionen). Das würde einen Überschuss von 60.000 Euro bedeuten und damit 210.000 Euro unter dem vorgesehenen Ergebnis des Vorjahresplans liegen.

Abfallentsorgung: Wertstoffhof und Gebühren

In 2014 will der EWL mit der konkreten Planung und dem Bau des neuen Wertstoffhofs im Gewerbegebiet Landau-Mörlheim beginnen. „Wir haben auf unserem jetzigen Wertstoffhof einfach zu wenig Platz für die vielen Container, die für eine sinnvolle getrennte Stofferfassung notwendig sind“, erklärte Bernhard Eck und erläuterte die Bedeutung der Wertstoffsammlung: „Wertstoffe zu trennen und zu sammeln, wird immer wichtiger: Es streckt knappe Güter, die zu einem immer besseren Preis verkauft und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. Und es senkt die Kosten für die Restabfallbeseitigung, da die Mengen weiter zurückgehen.“ Durch den Neubau verbessert sich die Situation auch für die Bürger Landaus. Die höhere Kapazität und eine gute Logistik erhöht die Sicherheit und verkürzt Wartezeiten – vor allem bei der bereits gut genutzten Grünschnittannahme. „Vorsichtig geschätzt kalkulieren wir mit Einnahmen aus Abfallgebühren und Altpapier von 5,28 Millionen Euro“, sagte Eck. Diesen Erträgen stehen Ausgaben von 5,19 Millionen Euro entgegen; davon allein 1,72 Millionen Euro für die Verbrennung des Restabfalls in Pirmasens. Der geplante Gewinn liegt bei 40.000 Euro. „Daran sieht man, dass der Spielraum für stabile Gebühren nahezu ausgereizt ist“, hielt Thomas Hirsch fest und freute sich mit Eck, dass der Betriebszweig Abwasserbeseitigung 2014 im zweiten Jahr ohne Fremdkapital zurechtkommt: Die geplanten Investitionen können ohne Kreditaufnahme getätigt werden.

Abwasserbeseitigung: Unterhaltskosten steigen

An Erträgen erwartet der EWL in der Sparte Abwasserbeseitigung rund 7,018 Millionen Euro, davon entfallen 4,826 Millionen Euro auf Abwassergebühren. Diesen Einnahmen stehen Ausgaben von 6,93 Millionen Euro entgegen. Der EWL erwartet demnach einen Gewinn aus der Abwasserbeseitigung von 87.000 Euro. Die geplanten Investitionen von 2,45 Millionen Euro will der EWL aus eigenen Mitteln stemmen.

Investieren wird der EWL 2014 noch einmal kräftig in die grundlegende Modernisierung der Kläranlage: Geplant sind die Sanierung der Schlammentwässerung und der Faulbehälter. Dafür sind rund 1 Million Euro veranschlagt. „Die bisher getätigten Modernisierungsmaßnahmen machen sich durch einen deutlich geringeren Energieverbrauch bereits positiv bemerkbar“, betonte der EWL-Vorstand. Weitere größere Investitionen sind: die Kanalerneuerung in der Böchinger Straße gemeinsam mit der Straßenerneuerung der Stadt für 300.000 Euro, die Erschließung des Gewerbegebiets D10 für 100.000 Euro sowie Sanierungsarbeiten in Godramstein und Nußdorf. Auch ist ein Regenüberlaufbecken im Kanalweg geplant.

„Die Investitionen in Sanierung und Neubau des Kanalnetzes nehmen jetzt zwar langsam ab, da wir in den vergangenen Jahren einen Großteil erneuert haben“, sagte Eck, „dafür nehmen die Kosten für den Unterhalt zu. Und diese schlagen in voller Höhe im selben Jahr auf den Aufwand durch, da sie nicht über mehrere Jahre abgeschrieben werden können.“

Bauhof: Stundensätze und Parkscheinautomaten

Beim Bauhof rechnet der EWL mit einem Jahresüberschuss von 5.000 Euro. Die Umsatzerlöse von geschätzten 3,69 Millionen Euro werden zu etwa 62 Prozent über die Stadt und zu 38 Prozent intern über den EWL erzielt. Auf der Ausgabenseite schlagen vor allem die Personalkosten zu Buche; sie betragen 2,3 Millionen Euro. „Die Lohnkosten sind seit 2008 um ca. 11,4 Prozent gestiegen“, erklärte Eck dazu. Grund für den EWL, die Stundensätze für Bauhofmitarbeiter nach sechs Jahren Stabilität im Jahr 2014 um etwa 60 Cent pro Stunde anzuheben. Für 60.000 Euro wird der EWL neue Parkscheinautomaten anschaffen, 115.000 Euro in die Erneuerung seines Fuhrparks stecken und für 97.000 Euro neue Maschinen kaufen.

Straßenreinigung: Abfalleimer Fußgängerzone

Weiter verschönern wird der EWL die Stadt durch neue Abfallbehältnisse für die Fußgängerzone. „Wir haben in diesem Jahr begonnen, die alten, eher unansehnlichen Behälter durch neue, attraktivere zu ersetzen; diesen Austausch wollen wir 2014 fortsetzen.“ Vorgesehen sind dafür 25.000 Euro. Ansonsten wird die Sparte Straßenreinigung planmäßig rund 9.000 Euro Verlust machen. „Das ist vor dem Hintergrund unserer guten Ausstattung mit Eigenkapital ohne Gebührenerhöhung verkraftbar“, sagte Eck dazu.

Projektentwicklung Landesgartenschau

Die EWL-Projektabteilung Landesgartenschau betreut im Auftrag der Stadt Infrastrukturprojekte rund um das Konversionsgelände „Wohnpark Am Ebenberg“. Ein Großteil davon ist abgeschlossen, für 2014 steht nach Angaben des EWL noch ein Volumen von 3,6 Millionen Euro an. „Wir verkleinern deshalb jetzt – wie von vornherein geplant – sukzessive das Team, das die Projekte plant, koordiniert und die Umsetzung betreut“, erklärte Bernhard Eck. Die bisher herausgelösten Mitarbeiter haben nahtlos in eine andere Stelle gewechselt. EWL-Vorstand Eck meinte dazu: „Das sind alles erfahrene Projektmanager; solche Leute sind gesucht.“

Die Erträge der Projektabteilung stammen hauptsächlich aus Kostenerstattungen der Stadt für Personal und Material. Hinzu kommen Umsätze aus Vermietungen. „Der EWL ist mit dem Budget gut hingekommen, seine Leute haben hervorragende Arbeit geleistet – von der Planung bis zur Fertigstellung“, sagte Thomas Hirsch. Nur aus dem Betrieb des DiZAP (Dienstleistungszentrum am Park) ist dem EWL ein Verlust entstanden. „Diesen wollen wir durch die Vermarktung des Foyers wettmachen“, ist sich Bernhard Eck sicher. Das DiZAP – ein kernsaniertes Gebäude in exponierter Lage – steht zum Verkauf. „Das Gebäude ist vielseitig nutzbar und liegt ideal für gute Geschäfte zwischen dem Parkgelände der Landesgartenschau und dem neuen Wohnpark“, motivierte Eck potenzielle Investoren.

Von |Montag, 16. Dezember 2013|