Biopsie

Prostatastanzbiopsie (Gewebeprobe) zur Diagnose von Prostatakrebs: Ein Navigationsverfahren mit MRT-Daten in Echtzeit und in anatomischer Übereinstimmung mit dem Live-Ultraschall unterstützt den Arzt bei der Probenentnahme über die Haut des Dammes. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Im Gegensatz zu anderen Tumoren ist das Prostatakarzinom jedoch gut heilbar, wenn es früh erkannt wird. Auf der internationalen Veranstaltung „Translations in Urologic Oncology“ diskutieren heute und morgen in Heidelberg Forscher aus aller Welt über die neuesten Fortschritte zur Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs und weiteren urologischen Tumoren. Gastredner auf der von der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) veranstalteten Konferenz ist der Heidelberger Krebsforscher und Nobelpreisträger Harald zur Hausen.

Das Prostatakarzinom ist nicht nur der häufigste urologische Tumor, sondern auch die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Allein in Deutschland wird für 2012 mit etwa 68.000 neu diagnostizierten Fällen gerechnet. Prostatakrebs tritt vor allem bei älteren Patienten auf. Im Unterschied zu anderen Tumoren wächst das Prostatakarzinom nur langsam. Solange das Karzinom auf die Vorsteherdrüse beschränkt bleibt und sich noch keine Tumorabsiedelungen, auch Metastasen genannt, gebildet haben, kann der Tumor durch Operation oder Bestrahlung gut behandelt werden. Dennoch sterben hierzulande jedes Jahr 12.000 Männer an den Folgen dieser Erkrankung.

Prof. Dr. Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Gastgeber der Veranstaltung kommentiert hierzu: „Die hohen Todeszahlen machen deutlich, dass immer noch ein hoher Bedarf an Weiterentwicklungen in Diagnostik und Therapie besteht. Ziel muss es sein, Tumoren so früh wie möglich zu erkennen, um einer Metastasierung zuvorzukommen. Operative Techniken und Strahlentherapien bieten heute schon eine hervorragende Therapievielfalt, aber unser Anliegen ist es weiterhin, die Effektivität zu erhöhen und die Rate an Nebenwirkungen zu minimieren.“

Die Konferenz im Kommunikationszentrum des DKFZ beschäftigt sich mit den wichtigsten Entwicklungen zur Erkennung und Behandlung urologischer Tumoren. Unter dem Stichwort der translationalen Medizin soll vor allem der Informationsaustausch zwischen Grundlagenforschern und klinisch tätigen Ärzten intensiviert werden, um beiden Seiten die jeweiligen Möglichkeiten und Herausforderungen zu verdeutlichen. Für Prof. Hohenfellner ist dies eine notwendige Entwicklung: „Nur der freie Austausch von Wissen zwischen Forschern aus verschiedenen Disziplinen der Medizin, Biochemie, Informatik und Ingenieurstechnik kann dazu führen, neue Lösungen für unsere wichtigsten Gesundheitsprobleme zu entwickeln. Ich lade alle interessierten Mediziner und Forscher ein, sich auf unserer Konferenz über diese Entwicklungen zu informieren“.

Der Standort Heidelberg ist in besonderer Weise für die Veranstaltung geeignet, da auf dem Neuenheimer Feld mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem DKFZ zwei international führende Zentren der medizinischen Versorgung und Forschung, die gemeinsam das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg betreiben, ansässig sind.