Infopfad „Dammrückverlegung Kirschgartshausen“ eingeweiht

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Infopfad „Dammrückverlegung Kirschgartshausen“ eingeweiht

Einweihung Kirschgartshausen

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (re.) enthüllte gemeinsam mit Mannheims Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala und dem Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer die Infotafeln zur Dammrückverlegung Kirschgartshausen. Foto: Stadt Mannheim

„Mit der Dammrückverlegung Kirschgartshausen wurden rund 75 Hektar Auenlandschaft neu gestaltet. Mit dem neuen Infopfad können die Besucher zukünftig mehr über das Bauprojekt und die naturnahe Entwicklung der Aue erfahren“, sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl am 1. Juli 2015 anlässlich der Einweihung des Infopfades „Dammrückverlegung Kirschgartshausen“ nördlich von Mannheim. Gemeinsam mit Mannheims Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala und dem Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer enthüllte die Regierungspräsidentin vor zahlreichen Vertretern aus Kommunen, Behörden und Vereinen die neuen Infotafeln am Pumpwerk Kirschgartshausen. Bei einem kurzen Spaziergang über den neuen Rheinhochwasserdamm in die Aue konnten die Gäste die neu gestaltete Auenlandschaft hautnah erleben.

Der Rhein hat in Kirschgartshausen insgesamt rund 75 Hektar seiner früheren Überschwemmungsaue zurückerhalten. Durch die wechselnden Wasserstände wird sich eine reiche Artenvielfalt bedrohter Tiere und Pflanzen in diesem großen Lebensraum entwickeln können.

Natur und Mensch profitieren von der neu gestalteten Auenlandschaft

Damit ermöglicht die Dammrückverlegung auch interessante Erholungsmöglichkeiten und Erlebnisse. „Für Mensch und Natur ist die neu gestaltete Auenlandschaft ein Gewinn“, so Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. Sie bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten für die gute länderübergreifende Zusammenarbeit. Nachdem bereits im Genehmigungsverfahren ein Flächentausch abgestimmt wurde, konnte mit Abschluss der Bauarbeiten nun auch die zukünftige Überwachung der Tiere und Pflanzen (Biomonitoring) länderübergreifend vereinbart werden.

Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung werden verbunden

Kirschgartshausen

Foto: Stadt Mannheim

Für die Mannheimer Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala stellt die Dammrückverlegung Kirschgartshausen ebenfalls ein gelungenes Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit dar. „Nur Hand in Hand können solche Großprojekte realisiert werden“, so Kubala und sie betonte: „Mit der Dammrückverlegung Kirschgartshausen werden der Hochwasserschutz und die ökologische Aufwertung der Auenlandschaft miteinander verbunden. Davon profitieren auch alle Bürgerinnen und Bürger, indem sie als Fußgänger oder Fahrradfahrer den Freizeitwert des neuen Wegenetzes entlang der wiederhergestellten historischen Wasserverbindungen zum Rhein oder im nachgepflanzten Auenwald die Natur unmittelbar erleben können.“

Je nach Rheinwasserstand wird nun in Kirschgartshausen das Wasser über die Schluten und Gräben dem Lampertheimer Altrhein zufließen. Dabei überquert das Wasser die Landesgrenze von Baden-Württemberg nach Hessen und zeigt, dass es keine Grenzen kennt. „Die Vernetzung der Aue über die Ländergrenze hinweg ist für das Überleben zahlreicher Tiere und Pflanzen bedeutend“, wie der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer erläuterte. Die Artenvielfalt brauche den Austausch von Lebensgemeinschaften, um die genetische Verarmung und Isolation zu verhindern.

Hintergrund-Info

Durch den Ausbau des Oberrheins wurden rund 130 Quadratkilometer Auenlandschaft vom Rhein abgeschnitten. Seit die Überflutung dieser Flächen am Oberrhein nicht mehr möglich ist, hat sich die Hochwassergefahr rheinabwärts, vor allem zwischen Iffezheim und Worms, erheblich verschärft. Das integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Programm des Landes Baden-Württemberg, das Hochwasserschutzmaßnahmen am Oberrhein mit der Renaturierung der Auenlandschaft verbindet. Die Dammrückverlegung Kirschgartshausen ist die größte Maßnahme des sogenannten Rahmenkonzeptes II, dessen Schwerpunkt die Auenrenaturierung ist.

Die acht Infotafeln des neuen Infopfades verteilen sich auf einer Wegstrecke von rund vier Kilometern. Die Besucher können sich ab sofort über die abgeschlossene Baumaßnahme in Kirschgartshausen und die zukünftige naturnahe Entwicklung der Aue informieren. Je nach Jahreszeit und aktuellem Wasserstand bieten sich auch attraktive Einblicke in die Auenlandschaft. Mit der Einweihung wurde auch das neue Faltblatt „Dammrückverlegung Kirschgartshausen“ veröffentlicht.

Weitere Informationen:
www.irp-bw.de

By |Sonntag, 5. Juli 2015|