Wartehäuschen

Foto: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Der Öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum muss neue Wege finden: Erfolg verspricht die Kombination unterschiedlicher Angebote, vom klassischen Linienbus über Bürgerbusse bis hin zur Einbindung privater Fahrten in den ÖPNV. Beispiele für hessische Initiativen nannte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am 8. November 2017 auf einem Praxisforum der Servicestelle Vitale Orte zur Mobilität im ländlichen Raum.

  • Im Odenwald läuft seit September das Projekt „Garantiert mobil!“, das private Fahrten über ein Buchungsportal mit dem ÖPNV verknüpft. Kommt keine private Mitfahrgelegenheit zustande, übernimmt ein Taxi oder Mietwagen die Fahrt.
  • In Romrod im Vogelsbergkreis wird seit Frühjahr die Mitfahrplattform „Fairfahrt“ getestet, die Mitfahrwünsche an potenzielle Fahrer übermittelt, um die Stadtteile untereinander und mit dem Einkaufsmarkt im Zentrum zu verbinden.
  • „MoLa.opt – Mobilität auf dem Land optimieren“ heißt ein Forschungsprojekt, das die Fachgruppe Neue Mobilität der Frankfurt University of Applied Sciences und die Hochschule RheinMain mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund durchgeführt haben. MoLa.opt benennt Kriterien für die Auswahl von Mobilitätsangeboten und zeigt Alternativen auf.
  • In Weimar an der Lahn fährt seit sieben Jahren ein Bürgerbus. Er verkehrt montags, dienstags und donnerstags nach einem festen Fahrplan und hält auch bei Einkaufsmärkten, Arztpraxen, Apotheken usw. Am Steuer sitzen ehrenamtliche Fahrer.
  • Im Juni 2017 haben die Verkehrsverbünde RMV und NVV mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums das „Fachzentrum Mobilität im ländlichen Raum“ gegründet. Es berät Kommunen und begleitet Forschungsprojekte zur Mobilität im ländlichen Raum.

Servicestelle Vitale Orte 2030

Die Servicestelle Vitale Orte 2030 wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen ins Leben gerufen. Sie steht unter Federführung des Hessischen Umweltministeriums und der Bürgermeisterin der Stadt Schotten als Vertreterin des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. In der Projektgruppe wirken rund 30 Personen mit, die mit der Entwicklung des ländlichen Raums befasst sind. Sie arbeiten bei Kommunen, Landkreisen, Genehmigungsbehörden, Kirchen, für Naturschutz, Denkmalpflege oder in der Weiterbildung. Ihre unterschiedlichen Aufgaben und Qualifikationen, Zielgruppen, Netzwerke und langjährigen Erfahrungen erlauben einen vielseitigen Blick auf den ländlichen Raum, der Themen und Ansatzpunkte für die Erhaltung vitaler Orte und für die Arbeit der Servicestelle Vitale Orte 2030 identifiziert.