Herzensangelegenheiten zwischen Stent und Bypass – TKH Mannheim veranstaltete Info-Abend

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Herzensangelegenheiten zwischen Stent und Bypass – TKH Mannheim veranstaltete Info-Abend

Mannheim Theresienkrankenhaus

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

(pm). Mehr als sechs Millionen Deutsche leiden unter einer koronaren Herzkrankheit. Dabei sind die Herzkranzgefäße verengt und können die Herzmuskulatur nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Die Folge ist im schlimmsten Fall der Herzinfarkt. Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, hatte die kardiologische Abteilung des Mannheimer Theresienkrankenhauses (TKH) in der vergangenen Woche zur Veranstaltungsreihe „Herzensangelegenheiten“ geladen, dieses Mal speziell zum Thema „Herz in Gefahr“.

Chefarzt Prof. Dr. Markus Haass erklärte in seinem Vortrag den 300 Besuchern im großen TKH-Festsaal, wie man die Herzkranzgefäße vor Verkalkung schützt und, falls das nicht gelingt, wie man erste Anzeichen der koronaren Herzkrankheit (kurz KHK) erkennt. „Leider treten Beschwerden erst auf, wenn zwei Drittel des Gefäßdurchmessers verschlossen sind. Dann sind es Kurzatmigkeit und Engegefühl in der Brust bei Belastung, die auf die KHK hindeuten“, so der erfahrene Kardiologe. Dann solle man dringend einen Arzt aufsuchen, dem eine ganze Reihe diagnostischer Untersuchungen zur Verfügung stehen, um der koronaren Herzkrankheit auf die Spur zu kommen: Vom Belastungs-EKG über die Stressechokardiographie bis hin zum Kernspin des Herzens oder der Herzkatheteruntersuchung sind je nach Ausmaß der Verkalkung der HerzkranzStentgefäße verschiedene Methoden vorgesehen. Zur Behandlung wird meist ein Stent eingesetzt, also ein Drahtgeflecht, das die Gefäßwände wieder aufdehnt und so den Blutfluss gewährleistet.

Ganz wesentlich sei es, so Prof. Haass, Risikofaktoren wie z.B. das Rauchen auszuschließen. Eine gesunde Lebensweise mit Bewegung und vernünftiger Ernährung verhindere ebenfalls die Verkalkung der Gefäße. Vor allem aber müsse Bluthochdruck vermieden werden, was meist durch eine medikamentöse Behandlung erreicht werden kann. „So“, sagte Haass: „kann man der koronaren Herzerkrankung entgegenwirken bevor sie entsteht“.

Prof. Dr. Falk-Udo Sack, Herzchirurg am Ludwigshafener Klinikum machte in seinem Vortrag deutlich, wie interventionelle Kardiologen vorgehen. In beeindruckenden Bildern von Operationen am offenen Herzen zeigte der Mediziner, wie Bypässe gelegt werden und wie man so die Durchblutung der Herzkranzgefäße verbessern kann. Dritter Referent war Dr. Christian Sebening, Kinderchirurg und Kardiologe an der Heidelberger Uniklinik, der von seiner Arbeit mit den ganz Kleinen berichtete. Demnach kommt in Deutschland von hundert Neugeborenen eines mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Aber er machte den Gästen im TKH auch Mut und zeigte, welche Fortschritte die Medizin gerade im Bereich der Kinderkardiologie gemacht habe. Die Diagnose von Herzfehlern ist bereits im Mutterleib mittels bestimmter Ultraschallgeräte möglich, wonach therapeutische Maßnahmen erfolgen können.

Am Ende waren die Gäste aufgerufen, sich für herzkranke Kinder stark zu machen und eine Spende zugunsten der Kinderherzstiftung zu erbringen. Dazu hatte Großgärtner Günter Beier 200 blühende Weihnachtssterne mitgebracht, von denen sich jeder Spender einen mitnehmen durfte. Außerdem trug die AOK Mannheim einen Anteil zu dem gelungenen Abend bei und spendete einen größeren Betrag zugunsten der Stiftung.

By |Donnerstag, 15. November 2012|