Kardiologen und Herzchirurgen des Universitätsklinikums Heidelberg laden zusammen mit niedergelassenen Kardiologen zu einem Patientenseminar am 4. November 2015 ein

Warum „verkalken“ Herzkranzgefäße und was sind die Folgen? Wie kann der Lebensstil das Herzinfarktrisiko senken? Was können Herzkatheter und Herzchirurgie heute leisten? Diese und weitere Fragen beantworten Kardiologen und Herzchirurgen des Universitätsklinikums Heidelberg zusammen mit niedergelassenen Kardiologen bei einem Patientenseminar am Mittwoch, 4. November 2015. Von 18 bis ca. 20 Uhr informieren sie im Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 410, über die koronare Herzerkrankung und ihre häufige Folge, den Herzinfarkt, über Alarmsignale, Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten. Im Anschluss beantworten die Ärzte Fragen zum Thema. Zu dem Informationsabend im Rahmen der Herzwochen 2015, einer Initiative der Deutschen Herzstiftung, sind Patienten und die interessierte Bevölkerung herzlich eingeladen.

Jährlich mehr als 350.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen in Deutschland

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen noch vor den Krebserkrankungen an erster Stelle der Todesursachen in Deutschland“, erklärt Professor Dr. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie der Medizinischen Universitätsklinik. Insgesamt kosten Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle nicht mitgerechnet, in Deutschland jährlich mehr als 350.000 Menschen das Leben. Das sind laut Deutschem Herzbericht 2014, den die Deutsche Herzstiftung jährlich herausgibt, ca. zwei Drittel aller Todesfälle. Rund 52.500 Menschen davon erliegen einem akuten Herzinfarkt. „Wir wollen die Bevölkerung daher aufrütteln, wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung nicht zu versäumen. Denn der Herzinfarkt ist häufig kein unabwendbares Schicksal“, betont der Experte. Ebenso wichtig ist es, frühe Anzeichen für Herzerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und damit einen Arzt aufzusuchen.

Es gibt wirksame Behandlungsmethoden

Bei der Koronaren Herzerkrankung sind die Blutgefäße, die den Herzmuskel versorgen, verengt. Dies schwächt auf Dauer das Herz, es droht Herzversagen. Verschließt sich ein solches Herzkranzgefäß schließlich vollständig, kommt es zum Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod. Die Koronare Herzerkrankung kann derzeit nicht geheilt werden, denn die Ablagerungen in den Herzgefäßen lassen sich nicht entfernen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, ihr Fortschreiten zu verzögern oder aufzuhalten: Früh erkannt, können Medikamente, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung weitere Ablagerungen eindämmen. Auch für weiter fortgeschrittene Stadien gibt es inzwischen wirksame Behandlungsmethoden: So werden Kranzgefäße mittels Gefäßstütze (Stent) im Rahmen eines Kathetereingriffs geöffnet bzw. chirurgisch durch einen Bypass umgangen. Dank neuer und effektiver Therapien sank beispielsweise in den letzten 20 Jahren die Anzahl der Todesfälle nach Herzinfarkt um 40 Prozent, die Anzahl der Todesfälle in Folge der koronaren Herzerkrankung um mehr als ein Viertel.