(pm). Die globale Erwärmung macht es zwingend notwendig, dass weltweit und auch in jeder Stadt und Gemeinde ein möglichst großer Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Wichtig ist es dabei, die Kohlendioxid-Emissionen drastisch zu reduzieren.

Bürgermeister Burelbach hat schon im Bürgermeisterwahlkampf 2011 das Thema „Energie und Umwelt“ als eines seiner vier wichtigsten Leitthemen benannt und sich klar und deutlich für den verstärkten Einsatz der erneuerbaren Energien bekannt. Damit Klimaschutz konsequent, dauerhaft und nachhaltig in Heppenheim umgesetzt wird, hat der Magistrat die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes in Auftrag gegeben. Dabei soll ein Kohlendioxid-Minderungsplan erstellt werden, der konkrete Maßnahmen im städtischen und privaten Bereich enthält. Ein konsequenter Mix an Maßnahmen, wie der Einsatz erneuerbarer Energien und das Reduzieren des Energieverbrauchs durch Effizienzsteigerung, wird dabei angestrebt. Wichtiges Ziel bei der Festlegung der Einzelmaßnahmen ist dabei die Einbeziehung fachkundiger und motivierter Bürger sowie gesellschaftlicher Gruppen mit verschiedenen Kompetenzen.

Bereits im Dezember 2011 wurde ein Beratungsteam gebildet, das, unter Führung von Franz Schreier, Geschäftsführer der Heppenheimer Firma EBF GmbH und Lars Janßen, Energiebeauftragter der Stadtverwaltung Heppenheim, die Aufgabe angehen soll. Dem Beratungsteam gehören neben Mitarbeitern aus verschiedenen städtischen Fachbereichen, Vertreter der Stadtwerke und von Unternehmen wie Unilever, Sparkasse Starkenburg, ZAKB, Energiegenossenschaft, Wohnbau Bergstraße und HSE, Vertreter von Behörden, Verbänden und Vereinigungen wie Wirtschaftsförderung, Denkmalschutzbehörde, BUND und Energiezirkel Heppenheim sowie Bürger mit spezieller Fachkompetenz an.

Ist-Analyse der Energie- und Kohlendioxid-Bilanz zeigt großen Handlungsbedarf

In einer ersten Stufe wurde eine Bestandsaufnahme mit einer Ist-Analyse der Energie- und Kohlendioxid-Bilanz erstellt. Für Heppenheim wurde ein jährlicher Kohlendioxid-Ausstoß von 285.000 Tonnen ermittelt, was einem Pro-Kopf Ausstoß von 11,3 Tonnen entspricht. Diese Zahl unterstreicht, dass in Heppenheim großer Handlungsbedarf besteht. In einem zweiten Schritt wurden durch die Teilnehmer in Workshops Vorschläge und Ideen gesammelt, wo und wie zum Klimaschutz beigetragen werden kann und welche Maßnahmen begleitend erforderlich werden. Eine Potenzialanalyse der HSE, speziell für Heppenheim erstellt, zeigt, wo und in welcher Form der Einsatz erneuerbarer Energien technisch möglich wäre. Bei optimaler Nutzung aller Möglichkeiten könnten 77 Prozent des heutigen Stromverbrauchs durch Strom aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden, vorausgesetzt die Sonne scheint und der Wind bläst. D.h. aber gleichzeitig, dass selbst bei optimalen Wetterbedingungen mindestens 23 Prozent des derzeitigen Energieverbrauchs eingespart werden müssen, damit Verbrauch und Erzeugung sich die Waage halten.

Die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien gekoppelt mit einer forcierten energetischen Sanierung sind wichtige und lohnenswerte Ziele. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Konzepte gut ausgearbeitet werden und die Bürger davon überzeugt und mitgenommen werden. Dem Magistrat und dem Bau- und Umweltausschuss wurde kürzlich der aktuelle Stand berichtet. Hinsichtlich des Vorhabens besteht große Unterstützung seitens dieser Gremien. Für die weitere und vertiefende Bearbeitung des Klimaschutzkonzepts wurde kürzlich für sieben Themengruppen jeweils ein Team gebildet. Diese Teams sollen in der nächsten Zeit die bereits gesammelten Vorschläge verfeinern und bewerten sowie neue Maßnahmen suchen und sammeln. Folgende Themengruppen sind zu bearbeiten:

  • Erneuerbare Energien
  • Energieeffizienz
  • Energieversorgung
  • Stadtentwicklung
  • Verkehr
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Finanzen

Eine wichtige Aufgabe der Teams ist die Evaluierung potenzieller Maßnahmen. Hier kann aufgrund des Expertenwissens und der speziellen Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse herausgearbeitet werden, was aus dem theoretischen Potenzial als tatsächlich erschließbares Potenzial anzusehen ist. Das Klimaschutzkonzept – speziell ausgerichtet auf Heppenheim und seine Potenziale – soll im Herbst 2012 fertiggestellt sein und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Umsetzung bzw. Implementierung der Maßnahmen ist dann, soweit die Stadt betroffen ist, in den politischen Gremien zu entscheiden.