Heidelberg: Universitäts-Hautklinik veranstaltet einen „Venentag“

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Heidelberg: Universitäts-Hautklinik veranstaltet einen „Venentag“

Krampfadern Venentag Heidelberg

Fast jeder Zweite in Deutschland leidet an Krampfadern. Infos zu Behandlungskonzepten gibt es beim „Venentag“ der Universitäts-Hautklinik Heidelberg. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

(pm). Am Freitag, 30. November 2012, lädt die Universitäts-Hautklinik Heidelberg Patienten, Angehörige und Interessierte zum „Venentag“ ein. Die Heidelberger Experten stellen in Vorträgen die verschiedenen Erscheinungsbilder von Venenleiden, die minimal-invasive Therapie bei Krampfadern und ein ganzheitliches Wundversorgungskonzept für offene Beine vor. Im Anschluss beantworten sie in einer Diskussionsrunde die Fragen der Besucher. Die Veranstaltung findet von 16.00 – 18.00 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Hautklinik, Voßstraße 2, statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Nahezu jeder Zweite in Deutschland leidet an Krampfadern, jeder Fünfte muss deswegen in medizinische Behandlung. Bei ihnen ist das Bindegewebe oftmals zu schwach, um den oberflächlichen Beinvenen Halt zu bieten. Die Folge: Die Venen weiten sich, die Venenklappen schließen nicht mehr vollständig und das Blut kann in die Beine zurück fließen. Die Beine schwellen an, schmerzen und jucken. Blut staut sich auch in den kleinen Venen unter der Haut, es bilden sich Besenreiser und Krampfadern, die Haut kann sich verfärben. Bei bis zu drei Prozent der Betroffenen bilden sich aufgrund der Durchblutungsstörungen chronisch nässende, schlecht heilende Wunden – das „offene Bein“.

Radiowellen lassen Venen von innen schrumpfen

In der Behandlung der sogenannten Stammvarikose – einer Aufweitung der großen, oberflächennahen Venen in den Beinen – gab es in den letzten Jahren große Fortschritte: Das sogenannte „Stripping“, mehr als 100 Jahre die gängige Therapie bei Stammvarikose, wurde weitestgehend von schonenderen, minimal-invasiven Methoden abgelöst. Beim Stripping wird die kranke Vene meist unter Vollnarkose von oben aus dem Bein herausgerissen. Dabei können u.a. kleine Nerven beschädigt werden oder Einblutungen und Narben die Folge sein.

An der Universitäts-Hautklinik setzt man auf das minimal-invasive Radiofrequenzverfahren: Die Ärzte führen unter lokaler Betäubung einen dünnen Katheter in die defekten Venen ein. Das Katheterende erhitzt mittels Radiowellen die Innenwand der Venen kontrolliert auf 120 Grad Celsius, woraufhin sich die Venen dauerhaft zusammenziehen und schließlich vom Körper abgebaut werden. Hier kann in Zukunft kein Blut mehr versacken. Das umliegende Gewebe wird nicht geschädigt und es treten deutlich weniger Beschwerden auf. Nach dem Eingriff kann der Patient sofort aufstehen, bleibt noch etwa 30 Minuten unter Beobachtung und kann dann direkt nach Hause gehen. Derzeit übernehmen nur die privaten Kassen den Eingriff, gesetzlich Versicherte müssen den Eingriff derzeit noch selbst bezahlen.

Umfassendes Versorgungskonzept für offene Beine

Für die Behandlung chronischer Wunden an den Beinen – bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Venenschwäche, Rheuma, Diabetes oder anderen Grunderkrankungen – gibt es an der Universitäts-Hautklinik ein eigenes Versorgungskonzept: Die Klinikärzte nebst speziell geschultem Pflegeteam betreuen die Patienten gemeinsam mit niedergelassenen Hautärzten durchgängig von der Diagnostik bis zur Nachsorge. Einer genauen und interdisziplinären Abklärung möglicher Ursachen folgt eine gezielte Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung und die intensive Wundbehandlung bis hin zur Hauttransplantation im Rahmen eines stationären Aufenthalts. So sind die Patienten in allen Stadien der Wundheilung umfassend und lückenlos versorgt – in der Klinik sowie heimatnah beim niedergelassenen Hautarzt.

Weitere Informationen:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Hautklinik.955.0.html

By |Donnerstag, 29. November 2012|