(pm). Am Montag, 15. Oktober 2012, laden der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV) und die Universitäts-Augenklinik Heidelberg zu einem gemeinsamen Informationstag ein. Anlass ist die 11. bundesweite „Woche des Sehens“. Von 11.00 – 17.30 Uhr können sich blinde und sehbehinderte Menschen, Angehörige und Interessierte vor dem Hörsaal der Kopfklinik (Im Neuenheimer Feld 400) persönlich beraten lassen und die Hilfsmittelausstellung besuchen. Ab 14.00 Uhr informieren Augenärzte des Universitätsklinikums im Hörsaal über häufige Augenkrankheiten, Früherkennung und Behandlung. Themen sind der Grüne Star, die Altersabhängige Makula-Degeneration und diabetische Netzhauterkrankungen. Alle Angebote sind kostenlos.

Das Motto der Aktionswoche „Wir sehen uns lieber früher als später“ ist auch der Leitgedanke der Expertenvorträge am Nachmittag. Es weist darauf hin, wie wichtig regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt sind, um eine spätere Sehbehinderung oder Erblindung zu vermeiden. Denn je früher Augenkrankheiten diagnostiziert werden, desto besser lassen sie sich behandeln. Von der Frühdiagnose profitieren besonders ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für verschiedene Augenerkrankungen, die unbehandelt zur Erblindung führen, z.B. Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom) und diabetische Netzhauterkrankungen.

Augenerkrankungen verlaufen lange ohne Symptome

Während der Graue Star in jedem Stadium heilbar ist – die trüb gewordene, körpereigene Linse wird gegen eine Kunstlinse ausgetauscht –, können Augenärzte z.B. bei Glaukom nur das weitere Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Schäden, die bereits eingetreten sind, lassen sich nicht wieder rückgängig machen. Besonders tückisch ist das Glaukom, eine schmerzlose Erkrankung des Sehnervs: Wenn die Betroffenen erste Seheinschränkungen bemerken, ist die Krankheit schon weit fortgeschritten. Ab dem 40. Lebensjahr sind daher alle zwei Jahre regelmäßige Augenuntersuchungen empfehlenswert.

Von der sprechenden Küchenwaage bis zur Berufsberatung

Das Spektrum der Hilfsmittelausstellung reicht von kleinen Alltagshelfern wie sprechenden Küchenwaagen und Thermometern über Bildschirmlesegeräte bis hin zu speziellen Navigationsgeräten und dem iPhone. Zusätzlich gibt es kostenlose Beratungsangebote (z.B. des Berufsförderungswerks Würzburg zu Beruf und Sehbehinderung, der Orientierungs- und Mobilitätslehrer von „Sehwerk“ sowie von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des BBSV).

„Woche des Sehens“ vom 8. – 15. Oktober 2012

Seit 2002 hebt die „Woche des Sehens“ mit vielfältigen Aktionen bundesweit die Bedeutung guten Sehvermögens hervor und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf. Getragen wird die Aufklärungskampagne von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland.

Weitere Informationen:

www.woche-des-sehens.de