Heidelberg: Uniklinik feierte offizielle Eröffnung des Analysezentrums III

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Heidelberg: Uniklinik feierte offizielle Eröffnung des Analysezentrums III

Heidelberg Uniklinik

Das neue Analysezentrum III ist offiziell eröffnet (v.l.): Prof. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor Uniklinikum Heidelberg, Prof. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Stifter Dietmar Hopp, Ministerin Theresia Bauer, Stifter Klaus Tschira, Prof. Georg Hoffmann, Geschäftführender Direktor Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Am 23. Juni 2014 eröffnete das Universitätsklinikum Heidelberg im Rahmen eines Festakts den Laborkomplex „Analysezentrum III“ auf dem Neuenheimer Campus. Das fünfstöckige Gebäude, das nach weniger als zwei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen wurde, beherbergt das Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrum, das neue Klaus-Tschira-Institute for Integrative Computational Cardiology sowie weitere Labore für Herzforschung im Rahmen des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung. Der Feier wohnten Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg sowie die Stifter Dietmar Hopp und Klaus Tschira bei. Die Dietmar Hopp-Stiftung finanzierte die Errichtung des Stoffwechselzentrums mit insgesamt neun Millionen Euro. Die Klaus Tschira-Stiftung ermöglichte Bau und Infrastruktur des Klaus-Tschira-Institute sowie eine Stiftungsprofessur für Integrative Computational Cardiology mit einer Förderung von nahezu acht Millionen Euro.

Ministerin Theresia Bauer dankte bei der feierlichen Eröffnung den Stiftern Dietmar Hopp und Klaus Tschira für ihr großes Engagement bei der Förderung des Wissenschaftsstandortes Heidelberg und der gesamten Rhein-Neckar-Region. „Durch den Neubau des Analysezentrums III kann das Universitätsklinikum Heidelberg seine international herausragende Position bei Herz- und Stoffwechselforschung weiter ausbauen“, so die Ministerin in ihrer Grußrede.

Auch Prof. Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, dankte den beiden Stiftungen für ihre großzügige Unterstützung, die die Errichtung des Neubaus erst ermöglichte. „Dank Ihrer Spendenbereitschaft können wir an Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät Heidelberg seit vielen Jahren immer wieder außergewöhnliche Projekte zum Wohle der Patienten umsetzen.“ Die Gesamtkosten des Gebäudes, das über rund 4.000 Quadratmeter Nutzfläche verfügt, betragen rund 17,6 Millionen Euro. Ein Großteil der Arbeiten am Neubau, rund 60 Prozent, wurde von Firmen der Region ausgeführt. Insgesamt werden ca. 220 Mitarbeiter in dem fünfstöckigen Komplex tätig sein. Diagnostik- und Forschungsbetrieb sind mittlerweile erfolgreich angelaufen.

Früherkennung, Diagnostik und Erforschung angeborener Stoffwechselerkrankungen unter einem Dach

Das „Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrum“ des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin ist im Erdgeschoss sowie im ersten Stock des Analysezentrums untergebracht. Hier werden Neugeborenen-Screening, Routine- und Notfalldiagnostik sowie die Erforschung von angeborenen Stoffwechselerkrankungen auf international höchstem Niveau betrieben. Mit dem Umzug in das neue Laborgebäude sind nun erstmals alle diese Bereiche, die zuvor an vier Standorten auf dem Campus angesiedelt waren, unter einem Dach vereint – eine weltweit einzigartige Konstellation. Neben der Bündelung von Technik und Logistik, kurzen Wegen und der modernen Ausstattung bietet das Zentrum Raum für den zukünftigen Ausbau von Forschung und Diagnostik. „Ich freue mich, dass mit dem neuen Stoffwechselzentrum vielen betroffenen Kindern und deren Familien ganz unmittelbar geholfen werden kann“, sagte Dietmar Hopp.

Prof. Dr. Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, würdigte den langjährigen Einsatz der Dietmar Hopp-Stiftung für die Erforschung und frühe Diagnostik seltener Stoffwechselerkrankungen: „Mit Ihrer Hilfe konnten wir u.a. bereits das Neugeborenen-Screening entscheidend verbessern und den großen Nutzen dieser Frühdiagnostik nachweisen. Allein in Deutschland werden dank erweitertem Screening jährlich mehr als 500 Neugeborene mit einer Stoffwechselkrankheit frühzeitig entdeckt und erfolgreich behandelt. Diese Erfolge sind uns ein Ansporn für unsere weitere Forschung.“

Synthese von Informatik und Herzmedizin

Im „Klaus-Tschira-Institute for Integrative Computational Cardiology“ befassen sich Mediziner, Molekularbiologen, Bioinformatiker und Mathematiker mit den genetischen Grundlagen von Herzmuskelerkrankungen und möglichen Ansatzpunkten für neue Therapien. „Die Einrichtung des Institutes ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagte Klaus Tschira. „Hier gelingt eine Synthese von Informatik und Herzmedizin, von der ich große Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung von Herzmuskelerkrankungen erwarte.“ Das Institut sowie weitere Labore und Räumlichkeiten für die Herzforschung befinden sich auf der zweiten und dritten Etage sowie im Untergeschoss des Analysezentrums.

„Aufgrund steigender Lebenserwartung nimmt die Anzahl der Patienten mit chronischen Herzerkrankungen zu. Die Forschung zu Ursachen, Mechanismen und neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ist dringender denn je“, sagte Prof. Dr. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. „Deshalb sind wir für die Unterstützung der Klaus Tschira-Stiftung sehr dankbar.“

Der interdisziplinäre Forschungsansatz des Instituts ist bislang deutschlandweit einzigartig. Die Verknüpfung von Informatik, Mathematik und Medizin ist notwendig, um die enormen Datenmengen, die bei Erbgut-Analysen von Herzpatienten anfallen, aufzuarbeiten, auszuwerten und in verständlicher Form zugänglich zu machen. Nur so können sie in Zukunft dazu beitragen, genetischen Ursachen von Herzmuskelerkrankungen auf die Spur zu kommen, ihren Verlauf nachzuvollziehen und passende Therapieverfahren zu entwickeln. Gemeinsames Ziel der verschiedenen Forschungsgruppen sind Fortschritte in der „personalisierten“ Behandlung von Patienten mit Herzmuskelerkrankungen. Das bedeutet, dass die Patienten – trotz vordergründig gleichem Krankheitsbild – eine auf die jeweilige Veränderung am Erbgut und den daraus folgenden Krankheitsmechanismus abgestimmte Therapie erhalten.

Dringend benötigte Laborflächen werden frei

Der Neubau des Analysezentrums III stellt weitere, dringend benötigte Laborflächen am Universitätsklinikum bereit. Die früheren Labore des Stoffwechselzentrums in der alten Kinderklinik sowie der Abteilung Kardiologie können nun Wissenschaftler anderer Forschungsschwerpunkte nutzen.

By |Mittwoch, 25. Juni 2014|