(pm). Am Donnerstag, 25. Oktober 2012, übergeben Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Heidelberg die in den letzten Wochen von der Yasuni-Gruppe gesammelten Unterschriften an den Heidelberger Gemeinderat. Mit den Unterschriften wird die Stadt Heidelberg aufgefordert, einen finanziellen Beitrag zur Yasuni-ITT-Initiative zu leisten.

Diese Initiative wurde 2007 von der ecuadorianischen Regierung ins Leben gerufen. Präsident Rafael Correa stellte sie damals den Vereinten Nationen vor. Die Initiative hat das Ziel, die Erdölvorkommen von ca. 850 Millionen Barrel, die unter dem einzigartigen Yasuni-Nationalpark liegen, im Boden zu lassen und dadurch dieses artenreichste Gebiet der Erde mit seinen Bewohnern, den Tagaeri und den Taromenane, zwei unkontaktierten Indianervölkern, zu schützen. Da Ecuador als armes Land auf die Einnahmen durch Erdölexport angewiesen ist und die Ölmenge im Yasuni-Nationalpark etwa 20 Prozent der ecuadorianischen Erdölvorkommen entspricht, schlug Präsident Correa vor, dass die Weltgemeinschaft die Hälfte der entgangenen Fördereinnahmen (ca. 3,5 Milliarden Dollar) in ein von der UN verwaltetes Treuhandkonto einzahlt. Mit diesen Geldern sollen Projekte in Ecuador gefördert werden (z.B. Wiederaufforstung von Waldflächen, Förderung von ökologischer Landwirtschaft und erneuerbaren Energien, im Bereich Bildung und Gesundheit). Eine überwältigende Mehrheit der ecuadorianischen  Bevölkerung, ca. 78 Prozent, steht hinter der Yasuni-ITT-Initiative und hat diese durch Protestmärsche und Spendenaktionen unterstützt.

Nach Berechnungen des BUND Hannover müsste Deutschland entsprechend seiner Wirtschaftskraft pro Jahr 7 Cent je Einwohner in den Fond einzahlen. Für die Einwohner der Stadt Heidelberg ergäbe das den Betrag von 9.315 Euro. Eine Einzahlung Heidelbergs in den Fond wäre ein Zeichen der Solidarität mit den bedrohten indianischen Völkern, die im Yasuni-Nationalpark leben und hätte Vorbildcharakter für weitere Städte und Gemeinden in Deutschland. Auch würde die globale Bedrohung der Regenwälder, die für die Zukunft der Menschheit von entscheidender Bedeutung sind, wieder mehr in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gelangen.

Heidelberg hat hier als Mitglied des Klimabündnisses und als Umwelthauptstadt eine besondere Verantwortung. Der BUND Heidelberg appelliert an die Mitglieder des Gemeinderats, dazu beizutragen, dass die wegweisende Yasuni-ITT-Initiative ein Erfolg wird.

Weitere Informationen: www.saveyasuni.eu