(pm). Mitglieder des Psychiatrie-Arbeitskreises Heidelberg nehmen auch dieses Jahr den „Welttag für seelische Gesundheit“ zum Anlass, um mit verschiedenen Veranstaltungen für mehr Offenheit und Verständnis für die Situation von Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und ihrer Angehörigen zu werben und zur Vernetzung aller Akteure beizutragen.

In den letzten Jahren informieren die Krankenkassen immer wieder über den alarmierenden Anstieg der Fehlzeiten am Arbeitsplatz, denen psychische Erkrankungen zugrunde liegen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung standen 2011 bei den Frühberentungen psychische Störungen an erster Stelle. Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Depression weiter zunehmen und bis 2030 zur Volkskrankheit Nummer eins in den Industrienationen werden. In Deutschland leiden derzeit etwa vier Millionen Menschen an dieser Krankheit, von denen jedes Jahr etwa 7.000 Betroffene den Freitod wählen.

Noch immer haben depressive Menschen oftmals Angst, ihren Vorgesetzten, Eltern, Lehrern oder Freunden von ihrem Leiden zu erzählen. Sich nicht mitteilen zu können, machen die Depressionen schlimmer – ein Teufelskreis entsteht. Seit Monaten wird das Thema Burnout intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert. Ausgebrannt und erschöpft, ein Massenleiden der modernen Gesellschaft und Arbeitswelt? Psychiater und Psychotherapeuten warnen, die Begriffe Stress, Burnout und Depressionen zu vermengen.

Bei einer Podiumsdiskussion heute, 10. Oktober 2012 (17.30 – 20.00 Uhr), im Institut für Medizinische Psychologie (Bergheimer Straße 20), werden Fachärzte wie Betroffene den Themenkomplex „Depression und Burnout“ differenziert in den Blick nehmen und sich über gezielte Präventionsmöglichkeiten und Behandlungsansätze verständigen. Referenten und Podiumsteilnehmer sind: Dr. Regina Schmitt (Psychiatrische Universitätsklinik) und Dr. Arne Zastrow (Psychosomatische Universitätsklinik), Günther Bachteler (Selbsthilfegruppe Burnout), Claudia Richter (Heidelberger Initiative Psychiatrie-Erfahrener) sowie Thomas Neuschwander (Betriebsrat SAP). Für eine musikalische Einstimmung sorgt die Gruppe „Nachbarschaftskrach“. Bürgermeister Dr. Joachim Gerner wird als Vorsitzender des Psychiatrie-Arbeitskreises die Veranstaltung eröffnen. Die Moderation übernimmt Marion Schutt. Der Eintritt ist frei.