Welche Gene und welche Umwelteinflüsse führen dazu, dass das Herz krank wird? Mit dieser Thematik werden sich Mediziner, Molekularbiologen, Bioinformatiker und Mathematiker intensiv an einem neuen Heidelberger Institut befassen, dessen Errichtung und Ausstattung die Klaus Tschira-Stiftung in den beiden kommenden Jahren mit insgesamt rund 5,9 Millionen Euro unterstützen wird. Das „Klaus Tschira Institute for Integrative Computational Cardiology“ wird derzeit in der obersten Etage des Analysezentrum III des Universitätsklinikums Heidelberg auf dem Neuenheimer Campus gebaut und soll 2014 in Betrieb gehen. Das Institut gehört zur Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, die vom Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Hugo Katus geleitet wird.

„Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in dem neuen Institut wird unsere Erforschung der genetischen Untersuchung von Herzerkrankungen und damit auch die Krankenversorgung in diesem Bereich erheblich voranbringen“, sagt Prof. Katus. „Deshalb sind wir für die Unterstützung der Klaus Tschira-Stiftung und ihrem Gründer sehr dankbar.“

Labors und Logistik auf 750 Quadratmetern

Die rund 750 Quadratmeter des Instituts bieten Raum für moderne Labors und Logistik. Ziel ist ein Fortschritt bei der „personalisierten“ Behandlung von Patienten mit Herzmuskelerkrankungen aufgrund besserer Kenntnisse ihres individuellen Erbguts. Dafür tragen Kardiologen und klinische Forscher biologische Daten von Patienten zusammen und entwickeln gemeinsam mit Bioinformatikern und Mathematikern Modelle, die ein besseres Grundverständnis der Erkrankungen ermöglichen. Eine enge Zusammenarbeit wird auch mit dem DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung) gepflegt werden, das ebenfalls von den Heidelberger Kardiologen des Uniklinikums betrieben wird und dessen Heidelberger Labors ebenfalls in dem neuen Gebäude untergebracht sein werden.